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Koffein und ADHS

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Koffein
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Indikation ADHS-Therapie
Therapieform symptomatisch
Wirksamkeit unbelegt
Wirkung k.A.

Koffein (auch Coffein oder Thein) ist eine Substanz aus der Gruppe der Stimulantien. Es ist als psychotrop wirkender Bestandteil beispielsweise in Kaffee, Cola, Tee oder Energy-Drinks enthalten. Koffein ist die weltweit am meisten konsumierte psychotrop wirkende Substanz.[1]. Es wirkt leistungssteigernd und erhöht die Wachheit des Konsumenten bzw. vermindert die Müdigkeit. Trotz seines Abhängigkeitspotenzials auf psychischer und körperlicher Seite[2] haftet Koffein in der Gesellschaft kein negatives, für die meisten Drogen übliches Image an.

Im Zusammenhang von Koffein mit ADHS ist vor allem das häufigere Auftreten paradoxer Reaktionen ein oft beschriebenes Phänomen.

Koffein und ADHS

Koffein zur Behandlung von ADHS

Aufgrund der bislang geringen Datenlage und da systematische Reviews fehlen, lassen sich aktuell keine zuverlässigen Aussagen über die Wirkung von Koffein bei ADHS treffen.[3] Verschiedene Untersuchungen haben lediglich eine deutliche Überlegenheit von Psychostimulantien (insbesondere Methylphenidat) gegenüber Koffein aufzeigen können.[4][5] Eine Crossover-Studie mit 29 Kindern, welche die Wirkungen von Koffein, Methylphenidat und Dextroamphetamin überprüfte, konnte seitens Koffein keine Placebo-Überlegenheit feststellen.[6] Koffein stellt daher nach aktuellen Erkenntnisen keine Behandlungsalternative zu Psychostimulantien dar.

Paradoxe Reaktionen

Koffein kann, wie zahlreiche andere Substanzen, bei ADHS-Betroffenen eine paradoxe Reaktion hervorrufen.[7]. Anstatt der eigentlich erwarteten Effekte erhöhter Wachheit und besserer Kognition werden dann gegenteile Effekte, beispielsweise beruhigende Wirkungen, erreicht. Paradoxe Wirkungen treten jedoch nicht in allen Fällen zuverlässig vorhersehbar, und nicht bei allen Menschen mit ADHS auf. Bei Menschen mit ADHS, bei denen Koffein keine paradoxe Wirkung hat, kann Koffein deshalb zu einer Verstärkung insbesondere der Symptome Hyperaktivität und Impulsivität führen. Außerdem können sich vorhandene Schlafstörungen verschlechtern.

Studie zu Neuro-Enhancement mit Methylphenidat bei Schachspielern

Für Aufsehen sorgte im Jahr 2017 eine Studie der Universität Mainz, bei der die Spielleistungen von Schachspielern unter Methylphenidat, sowie auch unter Modafinil und Koffein mit den Leistungen von Spielern verglichen wurden, die nicht unter Stimulanzieneinfluss standen. Im Ergebnis zeigte sich eine deutliche Steigerung der Spielleistungen unter dem Einfluss aller im Experiment verwendeten Substanzen.[8] Die Ergebnisse konnten die geringe Spezifität der Stimulanzienwirkungen für die ADHS-Symptomatik deutlicher als bisher belegen, sie belegen jedoch keinen geringeren therapeutischen Nutzen für Erkrankte.

Studien

Siehe auch

Weblinks

Weitere interessante Artikel

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Einzelnachweise

  1. https://roempp.thieme.de/roempp4.0/do/data/RD-03-02269
  2. L. M. Juliano, R. R. Griffiths: A critical review of caffeine withdrawal: empirical validation of symptoms and signs, incidence, severity, and associated features. In: Psychopharmacology, Berlin, Oktober 2004; 176(1), S. 1–29
  3. https://www.sciencebasedmedicine.org/caffeine-for-adhd/
  4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1094842?dopt=Abstract
  5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/469108?dopt=Abstract
  6. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/365123?dopt=Abstract
  7. http://www.aerzteblatt.de/archiv/100940/Paradoxe-Reaktion-bei-ADHS
  8. http://www.europeanneuropsychopharmacology.com/article/S0924-977X(17)30019-6/abstract
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