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ADHS-Ausweis: Unterschied zwischen den Versionen

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'''ADHS-Ausweis''' ist ein im Jahr 2015 von [[Caudatus Science & Research]] und [[Über ADHSpedia|ADHSpedia]] gestartetes Angebot, mit dem ADHS-Patienten kostenfreie Patientenausweise zur Verfügung gestellt werden. Herausgeber ist die Organisation [[Caudatus]] sowie seit 2017 die [[AG ADHS|Arbeitsgemeinschaft ADHS]], Hauptverantwortlicher ist [[Wolfgang Kömen]].
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'''ADHS-Ausweis''' ist ein im Jahr 2015 von [[Caudatus Science & Research]] und [[Über ADHSpedia|ADHSpedia]] gestartetes Angebot, mit dem ADHS-Patienten kostenfreie Patientenausweise zur Verfügung gestellt werden. Gemäß eigener Angaben werden mit dem Projekt keine finanziellen Absichten verfolgt.<ref>https://www.adhs-ausweis.de/faq/</ref>
==Anfänge==
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[[image:Psychopharmaka_Ausweis_1.jpg|thumbnail|Exemplare der ersten Auflage aus dem Jahr 2015 - hier noch als ''Psychopharmaka-Ausweis'' bezeichnet.]]
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==Idee und Entwicklung==
 
===Leitgedanke===
 
===Leitgedanke===
Das Projekt wurde im Jahr 2015 durch die Organisation ''Caudatus Science & Research'' innerhalb des ADHSpedia-Wikis gestartet. Laut [[Wolfgang Kömen]] hatte man sich unter anderem zum Ziel gemacht, einen Beitrag zur [[Stigmatisierung|Entstigmatisierung]] von Patienten zu leisten, die auf betäubungsmittelpflichtige [[Medikamente|Arzneien]] angewiesen sind. Die [[Pharmakotherapie]] sei noch immer ein Bestandteil eines [[ADHS in der Gesellschaft|gesellschaftlichen Bildes]], der infolge der ''[[Kritik|ADHS-Kontroverse]]'' nicht immer und nicht immer hinreichend als wichtiger [[Behandlung|Therapiebestandteil]] anerkannt oder ernstgenommen werde. Ein vom behandelnden Arzt quittierter Patientenausweis, der darauf hinweist, dass der Betäubungsmittelverordnung eine medizinische Indikation und eine fachärztliche [[Diagnostik]] zu Grunde liegen, solle zur der Erhöhung Glaubwürdigkeit des Patienten und seiner behandlungsbedürftigen Erkrankung beitragen.
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Das Projekt wurde im Jahr 2015 durch die Organisation [[Caudatus Science & Research]] innerhalb des [[Über ADHSpedia|ADHSpedia-Wikis]] gestartet. Laut [[Wolfgang Kömen]] hatte man sich unter anderem zum Ziel gemacht, einen Beitrag zur [[Stigmatisierung|Entstigmatisierung]] von Patienten zu leisten, die auf betäubungsmittelpflichtige [[Medikamente|Arzneien]] angewiesen sind. Die [[Pharmakotherapie]] sei noch immer ein Bestandteil eines [[ADHS in der Gesellschaft|gesellschaftlichen Bildes]], der infolge der ''[[Kritik|ADHS-Kontroverse]]'' nicht immer als wichtiger [[Behandlung|Therapiebestandteil]] anerkannt oder ernstgenommen werde. Ein vom behandelnden Arzt quittierter Patientenausweis, der darauf hinweist, dass der Betäubungsmittelverordnung eine medizinische Indikation und eine fachärztliche [[Diagnostik]] zu Grunde liegen, solle zur der Erhöhung Glaubwürdigkeit des Patienten und seiner behandlungsbedürftigen Erkrankung beitragen.
  
 
===Einführung===
 
===Einführung===
Der ADHS-Ausweis ging zum ersten Mal Ende 2015 in Serie. Die erste Auflage, die noch auf die Bezeichnung ''Psychopharmaka-Ausweis'' lautete, erschien in einer Stückzahl von 4500 Stück und wurde ausschließlich über einen gesonderten Bereich des ADHSpedia-Wikis zur Bestellung angeboten. Die ersten beiden Auflagen wurden nicht nur an Fachpersonen, sondern auch direkt an die Patienten versendet. Mit einer ab 2016 erheblich angestiegenen Nachfrage und der Einführung von Sicherheitsmerkmalen<ref>https://www.adhs-ausweis.de/sicherheitsmerkmale/</ref> wurde entschieden, von einem direkten Versand an Patientenadressen abzusehen. Die Distribution erfolgt seit der dritten Auflage (15.000 Stück) nunmehr ausschließlich über Ärzte, [[Psychotherapie|Psychotherapeuten]], Apotheken sowie [[Selbsthilfe|Vereine]] und Verbände.<ref>https://www.adhs-ausweis.de/bestellen/</ref>
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Der ADHS-Ausweis ging zum ersten Mal Ende 2015 in Serie. Die erste Auflage lautete seinerzeit noch auf die Bezeichnung ''Psychopharmaka-Ausweis'', erschien in einer Stückzahl von 4500 Exemplaren und wurde über einen gesonderten Bereich des ADHSpedia-Wikis zur Bestellung angeboten. Die ersten beiden Auflagen wurden nicht nur an Fachpersonen, sondern auch direkt an die Patienten versendet. Mit einer ab 2016 weiter ansteigenden Nachfrage und einer beabsichtigen Verschärfung des Patientendatenschutzes wurde entschieden, von einem direkten Versand an Privatadressen abzusehen. Die Distribution erfolgt seit der dritten Auflage (10.000 Stück) nunmehr ausschließlich über Ärzte, [[Psychotherapie|Psychotherapeuten]], Apotheken sowie [[Selbsthilfe|Vereine]] und Verbände.<ref>https://www.adhs-ausweis.de/bestellen/</ref>
  
==Versand==
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==Herausgeberschaft==
Seit 2017 kann der Ausweis nur noch von bestimmten Berufsgruppen und Einrichtungen (etwa Kliniken) bestellt werden. Logistik und Versand werden seit der dritten Auflage von der [[Wolfgang Kömen|Praxis Dr. Kömen]] übernommen.
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Bis 2017 war [[Caudatus]] alleinige Herausgeberin des ADHS-Ausweises. Im Jahr 2017 wurde auf der Mitgliederversammlung der [[AG ADHS]] in Berlin bekanntgegeben, dass die AG ADHS zukünftig als Mitherausgeberin des Ausweises auftreten werde. Die Entscheidung trat mit Wirkung zum Erscheinungsdatum der dritten Auflage im September 2017 in Kraft und wurde im Februar 2019 - während der vierten Auflage - von der AG ADHS widerrufen, woraufhin die Kooperation wieder aufgelöst wurde.
  
==Herausgeber==
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==Erhältlichkeit==
Bis 2017 war ''Caudatus'' alleinige Herausgeberin des ADHS-Ausweises. Im Jahr 2017 wurde auf der Mitgliederversammlung der [[AG ADHS]] in Berlin bekanntgegeben, dass die AG ADHS zukünftig als Mitherausgeberin des Ausweises auftreten werde. Die Entscheidung trat mit Wirkung zum Erscheinungsdatum der dritten Auflage in Kraft.
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===Versand an Berufsgruppen===
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Seit 2017 kann der Ausweis nur noch von bestimmten Berufsgruppen und Einrichtungen (etwa Kliniken) in Deutschland bestellt werden. Logistik und Versand werden seit der dritten Auflage von der [[Wolfgang Kömen|Praxis Dr. Kömen]] übernommen. Logistische Vorbereitungen für Österreich und die Schweiz werden aktuell getroffen.
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==Einsatzbereiche==
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*Im Falle einer Verkehrskontrolle wird die Rechtmäßigkeit der Medikamenteneinnahme belegt
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*Arzt und Apotheker sind über die jeweilige Medikation informiert
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*Bei einem Unfall oder einer Akuterkrankung im Urlaub erhalten Ärzte Einblick in die notwendige Medikamenteneinnahme
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*Nicht gewollte Medikamentenumstellungen werden vermieden
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*Da die Inhalte zusätzlich in englischer Sprache wiedergegeben sind, können sich ggf. auch Ärzte im Ausland über die notwendige Therapie informieren
  
 
==Zahlen==
 
==Zahlen==
* Es wurden bis 2018 etwa 20.000 Exemplare produziert und versendet
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* Im Jahr 2019 wurden monatlich rund 600 Ausweise versendet. Es befinden sich rund 25.000 Exemplare im Umlauf (2019).
* Das Projekt pflegt innerhalb des deutschsprachigen Raums Partnerschaften mit etwa 30 Apotheken, 50 Facharztpraxen und 15 Kliniken
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* Das Projekt pflegt innerhalb des deutschsprachigen Raums Partnerschaften mit rund 50 Facharztpraxen und 100 Kliniken.
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* Rund 50 Apotheken in Deutschland halten ADHS-Ausweise dauerhaft für Patienten vorrätig.<ref>https://www.adhs-ausweis.de/apotheken/</ref>
  
 
==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
*[[AG ADHS]]
+
*[[Straßenverkehr|ADHS und Straßenverkehr]]
*[[Caudatus Science & Research]]
 
  
 
==Weblinks==
 
==Weblinks==
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===Deutsch===
 
* [http://www.adhs-ausweis.de/ Homepage mit Bestellmöglichkeiten]
 
* [http://www.adhs-ausweis.de/ Homepage mit Bestellmöglichkeiten]
* [[image:pdf.png]] [https://adhs-ausweis.de/Downloads/Produktinformation%20ADHS-Ausweis%202018.pdf Produktinformation ADHS-Ausweis] (PDF)
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* [[image:pdf.png]] adhs-ausweis.de 2018): ''[https://adhs-ausweis.de/Downloads/Information%20ADHS-Ausweis%2019.pdf Produktinformation ADHS-Ausweis]''. Caudatus Science & Research, Essen (PDF, 1,17 MB)
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===Englisch===
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* [https://www.caudatus.org/publishing-2/ Informationen zum Projekt] auf den Seiten von [[Caudatus Science & Research]]
  
 
==Das könnte Sie auch interessieren==
 
==Das könnte Sie auch interessieren==

Aktuelle Version vom 3. Dezember 2019, 09:20 Uhr

adhs-ausweis.de
Logo
Motto Der Ausweis für ADHS-Patienten
Beschreibung Kostenfreier Versand von Patientenausweisen
Betrieb Privat
Erschienen 2015
Auflagen 4
Der ADHS-Ausweis im Layout der vierten Auflage im Jahr 2019.

ADHS-Ausweis ist ein im Jahr 2015 von Caudatus Science & Research und ADHSpedia gestartetes Angebot, mit dem ADHS-Patienten kostenfreie Patientenausweise zur Verfügung gestellt werden. Gemäß eigener Angaben werden mit dem Projekt keine finanziellen Absichten verfolgt.[1]

Idee und Entwicklung

Leitgedanke

Das Projekt wurde im Jahr 2015 durch die Organisation Caudatus Science & Research innerhalb des ADHSpedia-Wikis gestartet. Laut Wolfgang Kömen hatte man sich unter anderem zum Ziel gemacht, einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Patienten zu leisten, die auf betäubungsmittelpflichtige Arzneien angewiesen sind. Die Pharmakotherapie sei noch immer ein Bestandteil eines gesellschaftlichen Bildes, der infolge der ADHS-Kontroverse nicht immer als wichtiger Therapiebestandteil anerkannt oder ernstgenommen werde. Ein vom behandelnden Arzt quittierter Patientenausweis, der darauf hinweist, dass der Betäubungsmittelverordnung eine medizinische Indikation und eine fachärztliche Diagnostik zu Grunde liegen, solle zur der Erhöhung Glaubwürdigkeit des Patienten und seiner behandlungsbedürftigen Erkrankung beitragen.

Einführung

Der ADHS-Ausweis ging zum ersten Mal Ende 2015 in Serie. Die erste Auflage lautete seinerzeit noch auf die Bezeichnung Psychopharmaka-Ausweis, erschien in einer Stückzahl von 4500 Exemplaren und wurde über einen gesonderten Bereich des ADHSpedia-Wikis zur Bestellung angeboten. Die ersten beiden Auflagen wurden nicht nur an Fachpersonen, sondern auch direkt an die Patienten versendet. Mit einer ab 2016 weiter ansteigenden Nachfrage und einer beabsichtigen Verschärfung des Patientendatenschutzes wurde entschieden, von einem direkten Versand an Privatadressen abzusehen. Die Distribution erfolgt seit der dritten Auflage (10.000 Stück) nunmehr ausschließlich über Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheken sowie Vereine und Verbände.[2]

Herausgeberschaft

Bis 2017 war Caudatus alleinige Herausgeberin des ADHS-Ausweises. Im Jahr 2017 wurde auf der Mitgliederversammlung der AG ADHS in Berlin bekanntgegeben, dass die AG ADHS zukünftig als Mitherausgeberin des Ausweises auftreten werde. Die Entscheidung trat mit Wirkung zum Erscheinungsdatum der dritten Auflage im September 2017 in Kraft und wurde im Februar 2019 - während der vierten Auflage - von der AG ADHS widerrufen, woraufhin die Kooperation wieder aufgelöst wurde.

Erhältlichkeit

Versand an Berufsgruppen

Seit 2017 kann der Ausweis nur noch von bestimmten Berufsgruppen und Einrichtungen (etwa Kliniken) in Deutschland bestellt werden. Logistik und Versand werden seit der dritten Auflage von der Praxis Dr. Kömen übernommen. Logistische Vorbereitungen für Österreich und die Schweiz werden aktuell getroffen.

Einsatzbereiche

  • Im Falle einer Verkehrskontrolle wird die Rechtmäßigkeit der Medikamenteneinnahme belegt
  • Arzt und Apotheker sind über die jeweilige Medikation informiert
  • Bei einem Unfall oder einer Akuterkrankung im Urlaub erhalten Ärzte Einblick in die notwendige Medikamenteneinnahme
  • Nicht gewollte Medikamentenumstellungen werden vermieden
  • Da die Inhalte zusätzlich in englischer Sprache wiedergegeben sind, können sich ggf. auch Ärzte im Ausland über die notwendige Therapie informieren

Zahlen

  • Im Jahr 2019 wurden monatlich rund 600 Ausweise versendet. Es befinden sich rund 25.000 Exemplare im Umlauf (2019).
  • Das Projekt pflegt innerhalb des deutschsprachigen Raums Partnerschaften mit rund 50 Facharztpraxen und 100 Kliniken.
  • Rund 50 Apotheken in Deutschland halten ADHS-Ausweise dauerhaft für Patienten vorrätig.[3]

Siehe auch

Weblinks

Deutsch

Englisch

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Einzelnachweise