Bannertop.png

ADHS als soziales Konstrukt

Aus ADHSpedia
Version vom 2. November 2013, 03:58 Uhr von DK (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Dieser Artikel behandelt das Thema '''ADHS als soziales Konstrukt'''. Allgemeine Informationen über ADHS finden Sie unter [[Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktiv…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Artikel behandelt das Thema ADHS als soziales Konstrukt. Allgemeine Informationen über ADHS finden Sie unter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Im Rahmen der Konstrukt-Hypothese bei ADHS wird vermutet, dass die beschriebenen Diagnosekriterien der ADHS keine wirkliche Pathologie darstellen, sondern vielmehr als erlerntes oder anderweitig bedingtes Verhalten zu bewerten sind, die den sozialen Normen im kulturellen Umfeld nicht oder nur wenig entsprechen.[1]

Einige Vertreter der Konstrukt-Hypothese scheinen zwar die klinische Validität der ADHS zu akzeptieren, vermuten aber eine ungleich höhere Überdiagnostizierung in bestimmten Kulturkreisen. Der Universitätsprofessor und Psychiater Thomas Szasz († 2012) beschrieb die ADHS als eine "Erfindung, und keine Enteckung".[2][3]

ADHS als soziales Konstrukt

Der US-amerikanische Psychiater Peter Breggin und der britische Psychiater Sami Timimi erachten die Diagnosekriterien der ADHS als eine Pathologisierung von Merkmalen, denen eigentlich kein Krankheitswert zugeordnet werden sollte. Timimi ist der Auffassung, dass ADHS objektiv keine Störung ist,[4] sondern vermutet in den ADHS-symptomen Stressreaktionen auf die Umwelt in der westlichen Welt.[5] Timimi und Timimi sind der Auffassung, dass Eltern die ADHS-Diagnose als Vorwand benutzen können, um Erziehungsfehler zu entschuldigen, oder auch Missbrauch an ihren Kindern zu verschleiern.



Einzelnachweise

  1. Parens E, Johnston J (2009). "Facts, values, and Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): an update on the controversies". Child Adolesc Psychiatry Ment Health 3
  2. Chriss, James J. (2007). Social control: an introduction. Cambridge, UK: Polity. p. 230.
  3. Szasz, Thomas Stephen (2001). Pharmacracy: medicine and politics in America. New York: Praeger. p. 212.
  4. http://bjp.rcpsych.org/cgi/content/full/184/1/8
  5. Timimi, S. & Begum, M. (2006). Critical Voices in Child and Adolescent Mental Health.