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Kategorie:Behandlung

Aus ADHSpedia
Version vom 6. Mai 2016, 08:30 Uhr von Mitch (Diskussion | Beiträge) (Der Therapiestandard: Die Multimodale Therapie)
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Medikamente können vor allem bei schwerer Ausprägung Bestandteil der ADHS-Therapie sein

Der Therapiestandard: Die Multimodale Therapie

Weitere Behandlungsmöglichkeiten: siehe Seitenende
ADHS ist nach aktuellem Wissensstand nicht heilbar, es sind bislang keine kurativen Therapieformen bekannt. Zur symptomatischen Behandlung stehen aber wirkungsvolle und gut untersuchte Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Nicht immer impliziert eine ADHS-Diagnose jedoch eine Behandlungsnotwendigkeit. Diese richtet sich individuell nach der vorliegenden Symptomausprägung und dem sich ableitenden Leidensdruck. Je nach Schweregrad können zudem unterschiedliche Behandlungskonzepte indiziert sein. Meist kann die Behandlung ambulant im Sinne eines multimodalen Therapiekonzepts erfolgen, bei dem ein auf den Patienten individuell abgestimmtes Behandlungskonzept angewandt wird.

Im Falle einer besonders stark ausgeprägten Symptomatik bzw. bei schweren Begleitstörungen und auch unter schwierigen psychosozialen Bedingungen kann eine stationäre oder teilstationäre Therapie sowie eine ergänzende Pharmakotherapie angezeigt sein.

Weiterhin können unterstützende Maßnahmen, wie zum Beispiel ein ergänzendes, ADHS-spezifisches Coaching für Erwachsene, hilfreich und stabilisierend bei der Alltagsorganisation sein.

Unter den Therapieangeboten finden sich jedoch auch zahlreiche alternative Angebote und Produkte, deren Heilwirkung nicht nachgewiesen ist oder die sogar gesundheitsgefährdend sein können.

Exemplarische Darstellung der multimodalen ADHS-Therapie nach Schweregrad

Klicken Sie auf die jeweiligen Symbole, um mehr Informationen zu erhalten. Auf mobilen Endgeräten (Tablets, Smartphones) und bei niedriger Auflösung kann die Darstellung beeinträchtigt sein.

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Kritik

Ritalin-Verbrauch in den Jahren 1993 bis 2013. Bildquelle: Statista[1]

Die aktuelle Versorgung von ADHS-betroffenen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren gilt hinsichtlich Diagnostik und Behandlung als mangelhaft. So teilt die Bundesärztekammer in einer Stellungnahme zur ADHS mit, dass seitens der Therapeuten und Ärzte teils erhebliche Wissenslücken hinsichtlich einer adäquaten Diagnostik (vor allem Differenzialdiagnostik) sowie unzureichende Kenntnisse über die Kombinationen, die Häufigkeit und Erfolge der verschiedenen Behandlungskomponenten aufweisen.[2] Michael Huss bezeichnet die aktuelle Versorgungsqualität in Deutschland als „wenig günstig“.[3] Im Rahmen ihres ADHS-Reports des Jahres 2008 stellt die Gmünder Ersatzkasse ein „Versorgungsdefizit" fest.[4] Fehldiagnosen sowie folgerichtig auch Fehlbehandlungen gelten als häufig.

Im fachlichen wie auch im öffentlich geführten Diskurs wird vor allem das voreilige Empfehlen und Einleiten von Stimulanzientherapien als Monotherapie (einzige Therapiemaßnahme) kritisiert. So haben sich die Absatzzahlen von Methylphenidat seit den 90er Jahren vervielfacht: Wurden im Jahr 1993 noch 34 Kilogramm des Präparats verbraucht, wurde im Jahr 2012 ein Absatz von mehr als 1,8 Tonnen Methylphenidat verzeichnet.[5]. Seit 2013 wird erstmals seit den 1990er Jahren ein leichter Absatzrückgang festgestellt. Dies könne laut BfArM „möglicherweise auf einen kritischeren Umgang mit Methylphenidat hindeuten".[6]

Film und Fernsehen

Siehe auch

Therapie- und Diagnoseleitlinien

ADHS bei Kindern und Jugendlichen

ADHS bei Erwachsenen

Studien

Einzelnachweise