Bannertop.png

Rebound-Effekt: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ADHSpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
[gesichtete Version][gesichtete Version]
(Kombination mit α2-Adrenozeptor-Agonisten)
K
Zeile 1: Zeile 1:
[[Image:rebound.jpg|thumbnail|Das abrupte Wiederauftreten der von ADHS- und [[Komorbidität|Begleitsymptomen]] kann als sehr unangenehm empfunden werden. Neben der primären [[Symptome|ADHS-Symptomatik]] können auch verstärkte Rezidive komorbider Beschwerden wiederauftreten, etwa [[Depression|dysphorische Episoden]] (ggf. von Suizidalität begleitet) oder [[Affektlabilität|Stimmungsschwankungen.]]
+
[[Image:rebound.jpg|thumbnail|Das abrupte Wiederauftreten der von ADHS- und [[Komorbidität|Begleitsymptomen]] kann als sehr unangenehm empfunden werden. Neben der primären [[Symptome|ADHS-Symptomatik]] können auch verstärkte Rezidive komorbider Beschwerden wiederauftreten, etwa [[Depression|dysphorische Episoden]] (ggf. von Suizidalität begleitet) oder [[Affektlabilität|Stimmungsschwankungen]].]]
  
 
Als '''Rebound-Effekt''' (englisch für ''Rückprall'') wird das verstärkte Wiederauftreten von [[Symptome|Symptomen]] infolge des Nachlassen der [[Medikamente|Medikamentenwirkung]] (vornehmlich Stimulanzien) bezeichnet.<ref>http://medind.nic.in/icb/t05/i11/icbt05i11p953.pdf</ref> Bis zu ein Drittel der mit Stimulanzien behandelten ADHS-Patienten erleben beeinträchtigende Rebound-Effekte.<ref>http://neuro.psychiatryonline.org/cgi/content/full/13/3/326</ref>
 
Als '''Rebound-Effekt''' (englisch für ''Rückprall'') wird das verstärkte Wiederauftreten von [[Symptome|Symptomen]] infolge des Nachlassen der [[Medikamente|Medikamentenwirkung]] (vornehmlich Stimulanzien) bezeichnet.<ref>http://medind.nic.in/icb/t05/i11/icbt05i11p953.pdf</ref> Bis zu ein Drittel der mit Stimulanzien behandelten ADHS-Patienten erleben beeinträchtigende Rebound-Effekte.<ref>http://neuro.psychiatryonline.org/cgi/content/full/13/3/326</ref>

Version vom 17. Juni 2019, 11:28 Uhr

Das abrupte Wiederauftreten der von ADHS- und Begleitsymptomen kann als sehr unangenehm empfunden werden. Neben der primären ADHS-Symptomatik können auch verstärkte Rezidive komorbider Beschwerden wiederauftreten, etwa dysphorische Episoden (ggf. von Suizidalität begleitet) oder Stimmungsschwankungen.

Als Rebound-Effekt (englisch für Rückprall) wird das verstärkte Wiederauftreten von Symptomen infolge des Nachlassen der Medikamentenwirkung (vornehmlich Stimulanzien) bezeichnet.[1] Bis zu ein Drittel der mit Stimulanzien behandelten ADHS-Patienten erleben beeinträchtigende Rebound-Effekte.[2]

Rebound-Effekt bei ADHS-Medikation

Rebound-Effekte können insbesondere dann auftreten, wenn die Wirkung von kurzwirksamen Psychostimulanzien, wie Methylphenidat, nachlässt. Die ADHS-Symptome (und häufig auch vorhandene Begleitsymptomatiken) treten dann wieder zutage und können vom Patienten und seiner Umwelt stärker wahrgenommen werden, als üblicher Weise ohne Medikation. Die Symptome des Rebounds werden meist als besonders unangenehm empfunden, wenn die Medikamentenwirkung abrupt und nicht sukzessiv nachlässt (On-/Off-Phänomen). Zu den als Rebound wahrgenommenen Empfindungen können neben den wiedereintretenden Grundsymptomen gehören:

Depressive Verstimmungen während des Rebounds

Während der Stimulanzienbehandlung scheinen in einigen Fällen depressive Symptome zuzunehmen. Diese können sich qualitativ, aber auch im Verlauf deutlich von einer gegebenenfalls vorhandenen komorbiden Depression unterscheiden. Depressive Verstimmungen können aber auch erstmals mit Beginn der Stimulanzieneinnahme auftreten. Stimmungsschwankungen, die unikausal mit den biochemischen Wirkungen des Medikaments zusammenhängen, sind in der Regel nicht dauerhaft und bilden sich meist nach einigen Stunden zurück, nachdem das Medikament abgesetzt wurde.

Mögliche Ursachen

Aufgrund der durch die Medikation mit Stimulanzien erwirkten Rezeptorenreduktion könnte es zu einer Verminderung der Empfindlichkeit auf die körpereigenen Neurotransmitter kommen. Die genauen Mechanismen, die dem Phänomen zu Grunde liegen, werden aktuell erforscht.

Gegenmaßnahmen

Verwendung von Retardpräparaten

Einem wiederholenden Einsetzen des Rebound-Effekts kann entgegengewirkt werden, indem auf ein Retardpräparat, oder auf ein alternatives Medikament ausgewichen wird, bei dem die Rebound-Wirkungen weniger stark oder gar nicht auftreten.

Kombination mit kurzwirksamem Methylphenidat am Abend

Bei Einsetzen der Beschwerden am Abend kann an eine zusätzliche Gabe niedrigdosierten, kurzwirksamen Methylphenidats gedacht werden, sofern der Patient dabei keine Einschlafprobleme entwickelt.

Kombination mit α2-Adrenozeptor-Agonisten

α2-Adrenozeptor-Agonisten wie Clonidin und Guanfacin stehen im Verdacht, Rebound-Beschwerden dämpfen zu können, die in der Therapie mit Stimulanzien auftreten. Clonidin und Guanfacin können mit Stimulanzien kombiniert werden. Allerdings wurden für die einzelnen Präparate ebenfalls Rebound-Effekte beschrieben.[3][4]

Riskiken

Der einsetzende Rebound-Effekt stellt während des Führens von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr einen Risikofaktor dar.[5] Mit dem Wiedereinsetzen der Symptome Unaufmerksamkeit und Impulsivität ist die Unfallgefahr erhöht.

Studien und wissenschaftliche Publikationen

Siehe auch

Weitere interessante Artikel

Info.jpg

Quellen