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Retardmedikament: Unterschied zwischen den Versionen

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===Pellets===
 
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Der Wirkstoff des seit 2005 erhältlichen Präparats'' [[Medikinet]] Retard'' hingegen ist von einer sogenannten Retard-Kapsel umhüllt, wobei der Wirkstoff nach dem Auflösen der Kapselhülle über speziell beschichtete [[Pellet|Pellets]] freigegeben wird. Das Präparat beinhaltet im Zweikammer-System der Kapsel eine jeweils gleichmäßig verteilte Konzentration kurzwirksamer, sowie retardiert wirkender Pellets, die den Wirkstoff [[Methylphenidat]] beinhalten. Die Wirkdauer kann somit bis zu acht Stunden betragen, was der zweimaligen Gabe kurzwirksamen Methylphenidats (wie beispielsweise Ritalin) entspricht.
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Der Wirkstoff des beispielsweise seit 2007 erhältlichen Präparats'' [[Ritalin]] LA Retard'' hingegen ist von einer sogenannten Retard-Kapsel umhüllt, wobei der Wirkstoff nach dem Auflösen der Kapselhülle über speziell beschichtete [[Pellet|Pellets]] freigegeben wird. Das Präparat beinhaltet im Zweikammer-System der Kapsel eine jeweils gleichmäßig verteilte Konzentration kurzwirksamer, sowie retardiert wirkender Pellets, die den Wirkstoff [[Methylphenidat]] beinhalten. Die Wirkdauer kann somit bis zu acht Stunden betragen, was der zweimaligen Gabe kurzwirksamen Methylphenidats (wie beispielsweise Ritalin) entspricht.
  
 
==Präparate==
 
==Präparate==

Version vom 7. Februar 2013, 02:15 Uhr

Als Retardmedikamente werden im Allgemeinen Präparate mit einem besonderen Freisetzungs- und Resorptionsverhalten bezeichnet, bei denen der Wirkstoff sukzessiv über einen längeren Zeitraum hinweg abgegeben wird. Ist die Wirkung beispielsweise den ganzen Tag über erwünscht, muss das Medikament nur einmalig oral eingenommen werden, damit es über mehrere Stunden hinweg den Arzneistoff freisetzt. Der Vorteil von Retardmedikamenten ist somit, dass sie weniger häufig eingenommen werden müssen.

Funktionsweise

Orales osmotisches System

Beim Methylphenidat-OROS-haltigen Präparat Concerta handelt es sich beispielsweise um eine Kapsel mit einem magensaftresistenten Überzug, auf dessen Außenseite sich ein sofort wirkender Anteil des Wirkstoffs befindet. Über ein osmotisches Prinzip kommt es zur sukzessiven Freisetzung des restlichen Wirkstoffs.[1] Durch einen semipermeablen Film, bestehend aus einem speziellen Kunststoff, entweicht der Wirkstoff im Gastrointestinaltrakt durch die Einwirkung osmotischen Drucks nach außen. So wird über einen längeren Zeitraum eine gleichbleibende Freisetzungsgeschwindigkeit gewährleistet.[2] Die Wirkdauer kann somit bis zu 12 Stunden betragen, womit der Plasmaspiegel ohne Unterbrechung über einen genauso langen Zeitraum aufrechterhalten wird, wie bei dreimaliger Einnahme kurzwirksamen Methylphenidats, wie etwa Medikinet.

Pellets

Der Wirkstoff des beispielsweise seit 2007 erhältlichen Präparats Ritalin LA Retard hingegen ist von einer sogenannten Retard-Kapsel umhüllt, wobei der Wirkstoff nach dem Auflösen der Kapselhülle über speziell beschichtete Pellets freigegeben wird. Das Präparat beinhaltet im Zweikammer-System der Kapsel eine jeweils gleichmäßig verteilte Konzentration kurzwirksamer, sowie retardiert wirkender Pellets, die den Wirkstoff Methylphenidat beinhalten. Die Wirkdauer kann somit bis zu acht Stunden betragen, was der zweimaligen Gabe kurzwirksamen Methylphenidats (wie beispielsweise Ritalin) entspricht.

Präparate

Gegenwärtig können folgende Retard-Medikamente für die Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsyndroms verschrieben werden:

Sonstiges

Die Gabe retardiert wirkender Präparate wird insbesondere beim Führen von Kraftfahrzeugen empfohlen. Durch die länger anhaltende Wirkung kann das Einsetzen eines Rebound-Effekts vermieden werden, der im Straßenverkehr einen Risikofaktor darstellen kann.[3]

Einzelnachweise

  1. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11524026 "Methylphenidate (OROS formulation)"
  2. http://www.pharmainfo.net/reviews/osmotic-controlled-drug-delivery-system "Osmotic Controlled Drug Delivery System"
  3. http://online.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/cap.2006.0141 "Rebound Effects with Long-Acting Amphetamine or Methylphenidate Stimulant Medication Preparations among Adolescent Male Drivers with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder"