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Psychopharmaka-Ausweis

Aus ADHSpedia
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Der Ausweis gibt Auskunft über die verodneten Medikamente sowie über die genauen Dosierungs- und Einnahmeanweisungen des Arztes

Ein Psychopharmaka-Ausweis (auch: Stimulanzien-Ausweis, BtM-Ausweis) ist eine ärztliche Bescheinigung, welche die rechtmäßige Einnahme von verkehrs- und verschreibungsplichtigen sowie dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterstellten Medikamenten bescheinigt. Als Dokument, welches mit den Ausweispapieren mitgeführt wird, kann der Ausweis beispielsweise mitbehandelnden Ärzten über die Notwendigkeit der aufgeführten Arzneimittel informieren, sodass eine Fortführung der Therapie gewährleistet werden kann.

Teilnahme am Straßenverkehr

Medikamente, welche zur medikamentösen Behandlung von ADHS eingesetzt werden, sind oftmals dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Darunter fallen beispielsweie Präparate mit den Wirkstoffen Methylphenidat, Lisdexamfetamin, aber auch cannabinoid-haltige Arzneimittel. Zwar sind Methylphenidat-haltige Substanzen in der Anlage des § 24a StVG nicht aufgeführt, jedoch ist eine Teilnahme am Straßenverkehr nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Beispielsweise darf der Verkehrsteilnehmer aufgrund der Medikamenteneinnahme nicht in der Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein und die Medikamente müssen entsprechend des ärztlich verordneten Behandlungsplans eingenommen worden sein. Mit einem Psychopharmaka-Ausweis kann bei Polizeikontrollen kurzfristig nachgewiesen werden, dass für die eingenommenen oder mitgeführten Substanzen eine ärztliche Verschreibung vorliegt und dass diese entsprechend der verordneten Dosierungen eingenommen wurden.

Der Ausweis für sich beweist im Einzelfall jedoch nicht, dass unter Einfluss des Medikaments auch tatsächlich Fahrtüchtigkeit besteht. Wird dem Patienten beispielsweise nach einem Verkehrsunfall im Zuge der Unfallaufnahme eine BTM-pflichtige Substanz im Blut nachgewiesen, wird unabhängig von der vorliegenden Verschreibung sowie von der gemessenen Konzentration ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet, im Rahmen dessen zu klären ist, inwieweit der festgestellte Wert in einem Kausalzusammenhang mit den festgestellten Unfallgeschehen steht (siehe dazu auch: Rechtslage zur Teilnahme am Straßenverkehr).

Auslandsaufenthalte

Für Auslandsaufenthalte können weiterhin gesonderte Bedingungen gelten. So ist beispielsweise für Aufenthalte in Schengenländern eine gesonderte Genehmigung mitzuführen, welche von einem Arzt erteilt und durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt worden ist. Insbesondere für kurzfristige und/oder unvorhergesehene Auslandsaufenthalte in das EU-Ausland kann ein Psychopharmaka-Ausweis jedoch hilfreich sein. Darüber hinaus kann dieser auch im Ausland die Fortführung der verordneten Medikamentenversorgung gewährleisten.

Dokumente

Weiterführende Links

Weblinks

Einzelnachweise