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Lisdexamfetamin

Aus ADHSpedia
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Elvanse ist in Deutschland seit April 2013 zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen

Lisdexamfetamin, das in Deutschland unter dem Handelsnamen Elvanse bekannt ist, ist ein synthetisch hergestelltes Arzneimittel, das zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren verwendet werden kann, wenn diese auf eine Behandlung mit Methylphenidat unzureichend angesprochen haben. Für Erwachsene ist es bislang nicht zugelassen. Lisdexamfetamin ist in Deutschland in der Anlage III des BtMG aufgeführt und somit als verkehrsfähiges und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft.[1] Seit Juni 2014 können die Kosten für Elvanse von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.[2] In den Vereigten Staaten wird Lisdexamfetamin unter dem Handelsnamen Vyvanse vertrieben.

Das Präparat wurde vom Pharmahersteller New River Pharmaceuticals Inc. entwickelt; 2007 übernahm der britische Pharmakonzern Shire plc die Rechte an der Substanz.

Wirkungsweise

Der genaue Wirkmechanismus von Lisdexamfetamin ist bislang nicht vollständig gerklärt, es wird jedoch von einer Wiederaufnahmehemmung von Noradrenalin und Dopamin in das präsynaptische Neuron ausgegangen.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind verminderter Appetit, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzhen, Oberbauchschmerzen und Gewichtsabnahme. Bei missbräuchlicher Verwendung besteht ein Suchtrisiko[3]

Kontroversen

False Claims Act aufgrund irreführender klinischer Angaben (USA)

Im Jahr 2014 wurde der Hersteller Shire plc zu einer Zahlung von 56,5 Millionen US-Dollar verurteilt.[4] Grund waren laut den Justizbehörden irreführende klinische Angaben über die Wirksamkeit unter anderem von Vyvanse (Handelsname von Elvanse in den USA). Dabei soll Shire irreführende Behauptungen über das Missbrauchspotential des Präparats gemacht haben und angegeben haben, die Therapie mit Vyvanse könne Autounfälle, Scheidungen, Arbeitslosigkeit und Festnahmen verhindern.

Von den 56,5 Millionen US-Dollar wurden 35,7 Millionen US-Dollar der Regierung und 20,7 Millionen US-Dollar dem Medicaid-Programm zugewendet.

Siehe auch: Ritalin-Sammelklagen

Nutzenbewertung in Deutschland

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bescheinigte Lisdexamfetamin keinen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie (multimodales Therapiekonzept mit Methylphenidat-Behandlung). Tobias Banaschewski bezeichnete das Urteil auf einer vom Hersteller Shire Deutschland veranstalteten Pressekonferenz als „absurd“ und „ignorant gegenüber den gängigen Leitlinien“.[5] Ebensowenig nachvollziehbar sei die Zulassung des Präparats als Secondline-Therapeutikum, da die internationalen Leitlinien den Wirkstoff als gleichwertig zu Methylphenidat betrachteten. Nachdem auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zu dem Schluss kam, dass für Lisdexamfetamin im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie kein Zusatznutzen besteht,[6] traf der G-BA letztlich im November 2013 jedoch den endgültigen Beschluss, dass für das Präparat kein Zusatznutzen belegt ist.[7]

Siehe auch

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Quellen


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