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Pillen für den Störenfried (Reportage)

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Pillen für den Störenfried - Psychopharmaka im Kinderzimmer
Filmgattung Reportage
Alterbeschränkung / Empfehlung k.A.
Erscheinungsjahr 2012

Pillen für den Störenfried - Psychopharmaka im Kinderzimmer ist eine erstmals am 07.05.2012 in der ARD ausgestrahlte TV-Reportage, die sich kritisch mit dem Thema Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung sowie deren medikamentöser Behandlung auseinandersetzt.

Inhalt

Die Entwicklung ist dramatisch: Die Anzahl der Rezepte für Psychopharmaka für Kinder und Jugendliche ist innerhalb der letzten 15 Jahre von 5.000 auf 380.000 pro Jahr angestiegen. Und immer mehr Eltern glauben, dass ihr Kind psychische Probleme hat. Im Kindergarten und in der Schule fallen die Kinder auf und die Eltern geraten unter Druck.

Der Film "Pillen für den Störenfried? Psychopharmaka im Kinderzimmer" begleitet drei Familien und erlebt mit ihnen, wie sie auf unterschiedliche Weise mit der Verhaltensauffälligkeit ihrer Kinder umgehen. Die persönlichen Geschichten von Luis, Tim und Philipp führen durch den Film. Die Dokumentation geht auch auf die Ansprüche von Eltern und Schule an die Kinder ein und dokumentiert, wie die einzelnen Familien damit umgehen. Der Film zeigt außerdem, welche alternativen Behandlungsmethoden es neben Tabletten gibt. Der Filmemacherin Sylvia Nagel ist es gelungen, einen sehr persönlichen Einblick in die Familien zu bekommen. Ihr Film urteilt nicht, sondern erzählt aus der Sicht der Kinder und ihrer Eltern, die - oft verzweifelt - nach einer Lösung für ihre Situation suchen.[1]

Rezeption

Im Rahmen einer online veröffentlichten Stellungnahme des ADHS Deutschland e.V. wurde die Sendung von Johannes Streif kritisiert. Dieser charakterisierte die Auseinandersetzung mit dem Thema Medikation als tendenziös und kritisierte eine eher ideologische, als kindorientierte Auseinandersetzung:

Einmal mehr inszeniert diese Reportage das Denken von Erwachsenen über die ADHS, anstatt Kinder mit ADHS zu beobachten. Luis steht für Eltern, welche den Erfolg ihres Kindes wollen und es dazu verändern müssen; Tim steht für Eltern, welche das Kind lieben, so wie es ist; Philipp steht für Eltern, die im Dschungel sozialer Realitäten nicht mehr wissen, was sie tun sollen (...) Im Grunde hat das mit der ADHS wenig zu tun. Den gleichen Film hätte man über Familien mit kleinwüchsigen Kindern drehen können: Eine Familie gibt Hormone; die andere lehnt die Hormonbehandlung ab; die dritte Familie hat trotz Hormontherapie einen minderwüchsigen Jugendlichen mit all den Problemen, die ein 14-jähriger bei einer Körpergröße von 1,30 m haben mag.“[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Text aus:ard.de
  2. ADHS-Deutschland.de
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