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Winkelfehlsichtigkeit

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Siehe auch: Behandlung (Hauptartikel)

Prismenbrille bei Winkelfehlsichtigkeit
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Indikation Assoziierte Heterophorie (mit angenommener, sekundärer ADHS-Symptomatik)
Therapie Korrektur der Winkelfehlsichtigkeit
Wirksamkeit unbelegt

Als Winkelfehlsichtigkeit oder assoziierte Heterophorie[1] wird in der Augenoptik eine Störung des beidäugigen Sehens (Binokularsehen) beschrieben, bei der die beiden Augen in ihrer natürlichen Stellung nicht genau parallel ausgerichtet sind. Das Konzept der Winkelfehlsichtigkeit ist sehr umstritten und wird kontrovers diskutiert, der Begriff selbst ist in der wissenschaftlich fundierten Optik nicht anerkannt und nach keinem Diagnoseschlüssel klassifiziert.[2] Wissenschaftliche Nachweise über die positive Wirksamkeit von Behandlungsmaßnahmen liegen bislang nicht vor.

Winkelfehlsichtigkeit

Winkelfehlsichtigkeit und ihre Korrektur mit Hilfe von Prismengläsern

Bei der Winkelfehlsichtigkeit liegt per Definition ein aufgrund von Differenzen der Augenmuskellängen erzeugter Bildlagefehler mit Abweichung der Sehachsen beider Augen vor. Dieser soll zudem von einer Abweichung der Objektabbildung korrespondierender Netzhautstellen der Augen unter fusionaler Belastung begleitet sein (Fixationsdisperation). Dies bedeutet, dass die Abbildung von Bildern, die ein winkelfehlsichtiger Mensch betrachtet, nicht auf beide Augen gleichmäßig projiziert wird. Da betroffene Menschen unbewusst stets versuchen, diesen Bildlagefehler selbst zu korrigieren, sollen sie aufgrund der permanenten Astrengungsaufwände unter spezifischen Beschwerden leiden. Diese können sich beispielsweise durch Kopfschmerzen, Schwindel, Doppelbilder, Nackensteifheit, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche äußern.

Zur Kompensation der Winkelfehlsichtigkeit erfolgt eine Anpassung von Prismengläsern, die die Fehlstellung der Augen korrigieren und die einhergehenden Beschwerden lindern oder beiseitigen sollen. Diese Behandlungsweise wird - wie der Begriff selbst - von der evidenzbasierten Medizin sehr kritisch betrachtet und erhält auch von einem Großteil der Augenoptiker keine Anerkennung, insbesondere da Nachweise für eine positive Wirksamkeit der Behandungsmaßnahmen bislang fehlen. Andererseits sollen hinsichtlich des Therapieerfolgs eine Reihe positiver Betroffenenberichte vorliegen.

Eine Winkelfehlsichtigkeit kann ausschließlich anhand der sogenannten Mess- und Korrektionsmethodik (MKH) nach Hans Joachim Haase festgestellt werden.

Winkelfehlsichtigkeit und ADHS

Einige Anhänger des Konzeptes halten eine Korrelation zwischen Winkelfehlsichtigkeit und ADHS-Symptomen, aber auch Teilleistungsstörungen wie Legasthenie für möglich. Demnach soll es sich bei vielen ADHS-Diagnostizierten lediglich um unerkannte fehlsichtige Menschen handeln.[3] Auch häufig auftretende Komorbiditäten der ADHS, wie Depressionen, sollen durch Winkelfehlsichtigkeit erklärt werden können. Mit Hilfe einer angepassten Prismenbrille sollen die Symptome verbessert werden, bzw. verschwinden. Aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Validierung des Gesamtkonzeptes liegen jedoch keine Untersuchungen vor, die diese Annahmen bestätigen können.

Weblinks

Literatur

Quellen

  1. Wörterbuch der Optometrie, Dr. Goersch, Quelle: Dr. med. Fritz Gorzny, Veröffentlichungen DOZ-Verlag
  2. http://www.augeninfo.de/presse/0103mkh.htm
  3. http://www.mensch-und-zahn.de/42507/71001.html
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