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Das Pharmakartell (Reportage)

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Das Pharmakartell - Wie Patienten betrogen werden
Filmgattung Reportage
Alterbeschränkung / Empfehlung ohne
Erscheinungsjahr 2008

Das Pharma-Kartell - Wie Patienten betrogen werden ist eine erstmals am 9. Dezember 2008 im ZDF ausgestrahlte Reportage des Formats Frontal21, die Pharmaunternehmen kritisch beleuchet.

Inhalt

Pharmaunternehmen können nach Einschätzung verschiedener Experten fast ungestört ihre Profitinteressen verfolgen. Das geht zu Lasten der Patienten, wenn dabei Nebenwirkungen verschwiegen, Selbsthilfegruppen instrumentalisiert oder Politiker, Ärzte und Heilberufe mit Gefälligkeiten umworben werden. Christian Esser und Astrid Randerath zeigten in der Frontal21-Dokumentation «Das Pharma-Kartell» einen Einblick wie dieses System funktioniert.[1]

Kritik

Vorwürfe gegenüber dem ADHS Deutschland e.V.

Der ADHS Deutschland e.V. distanziert sich in einer Stellungnahme vom 09.12.2008 von den Darstellungen der Sendung über den Verein. Aussagen einer Vereinsmitarbeiterin sowie von Klaus Skrodzki über Nebenwirkungen des Präparats Atomoxetin wurden nach Auffassung von Frontal21 heruntergespielt. Nach Vermutungen des ADHS Deutschland e.V. sollen die heimlich mitgeschnittenen Interviewpassagen gekürzt und sinnentstellt wiedergegeben worden sein. Auf Nachfrage des ADHS Deutschland e.V. verweigerte die Redaktion eine Herausgabe der Originalmitschnitte mit der Begründung, dass es sich um persönliche und daher schützenswerte Schilderungen der Beraterin handele.

Darüber hinaus gibt der Verein an, keine medizinische Beratung anzubieten, die Äußerungen der Vereinsmitarbeiterin seien privater Natur gewesen und hätten nicht den Beratungsleitlinien des Vereins entsprochen.

Auch distanzierte sich der ADHS Deutschland e.V. von den Vorwürfen über mögliche Interessenskonflikte aufgrund der von Pharmafirmen erhaltenen Spendenmittel. Sämtliche Zuwendungen seien nach Vereinsangaben zweckgebunden angenommen worden, wobei sich der Anteil der Fördermittel von Lilly am Gesamtetat des Vereins auf nur etwa 0,8 % belaufen haben soll.[2] Pharmawerbung finde auf Vereinsseite grundsätzlich nicht statt.

Vorwürfe gegenüber Lilly

Der Patientenbeauftragte des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen, Jörg Schaber, gibt in der Sendung an, ADHS habe „oft keinen Krankheitswert" und sei lediglich „nervig für die Umwelt".[3] Das vom US-amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly and Company hergestellte Medikament Strattera werde nach Aussagen Schabers bei gesunden Kindern eingesetzt, die lediglich unruhig und unkonzentriert sind. Ferner führe das BfArM in Bonn nach Angaben von Frontal21 eine Liste mit über 200 Verdachtsfällen gefährlicher Strattera-Nebenwirkungen, unter denen sich auch vier Todesfälle befinden sollen. Im Dezember 2008 bestätigte das BfArM eine Zahl von 234 Verdachtsfällen, bei denen (teils gefährliche) Nebenwirkungen registriert worden seien. Bis auf einen Fall, bei dem ein Zusammenhang mit dem Medikament jedoch nicht bestätigt werden konnte, liegen dem BfArM jedoch keine Hinweise auf Todesfälle vor, die mit Strattera in Zusammenhang stehen [4]

In einer darauf folgenden Mitteilung widerspricht das Unternehmen Lilly diesen Aussagen. Nach Unternehmensangaben sei in Deutschland kein Todesfall bekannt, der in ursächlichem Zusammenhang mit Strattera stehe. Das Medikament werde laut Lilly auch nicht bei gesunden Kindern eingesetzt, da der Medikamentenverordnung eine diagnostische Abklärung vorausgehen müsse. Dieser steht jedoch eine möglicherweise erhöhte Falsch-Positiv-Rate gegenüber.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise


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