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Pharmaindustrie

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Die Pharmaindustrie ist ein wichtiger Förderer der Erforschung von Krankheiten sowie der Forschung und Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung auch von ADHS. Andererseits ist sie häufig Gegenstand kontroverser Diskussionen

Der Pharmaindustrie (auch: pharmazeutische Industrie, Arzneimittelindustrie, Pharmaunternehmen) kommt hinsichtlich ADHS eine bedeutende Rolle zu. Während manche Unternehmen lediglich Medikamente herstellen oder vermarkten, betreiben andere Pharmaunternehmen auch eigene, oder aufgetragene Forschung und Entwicklung (F&E). Die Forschung bezieht sich in der Regel auf neue Arzneimittel, die zum Beispiel auch zur Behandlung von ADHS geeignet sein können. Dabei werden nicht nur neue Wirkstoffe entwickelt, sondern zum Beispiel auch innovative Applikationsformen, wie etwa transdermale Pflaster, spezielle Freisetzungssysteme oder Sublingualsprays. Keine andere Industrie investiert mehr Geld in Forschung und Entwicklung, als die Pharmaindustrie. Acht der 20 Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben des Jahres 2015 waren Pharmaunternehmen, mit einem Investitionsvolumen von insgesamt mehr als 60 Milliarden US-Dollar.[1]

Die pharmazeutische Industrie steht seit jeher stark in der Kritik. Insbesondere ihre Beeinflussung der Medizinwissenschaft und des Verhaltens von Medizinern, sowie auch der akademischen Pharmaforschung und der Öffentlichkeit gegenüber pharmazeutischen Behandlungsformen wird von zahlreichen Kritikern als hochproblematisch angesehen.[2][3][4][5][6][7][8][9] Insbesondere im Zusammenhang mit ADHS finde gegenüber Medizinern eine Korrumpierung[10] sowie eine „exzessive Propagierung" der medikamentösen Behandlung und von Medikamenten statt.[11]

So waren an sämtlichen einflussreichen Publikationen sowie auch Leitlinien und Empfehlungen zu ADHS von Persönlichkeiten, die sich in Gremien der pharmazeutischen Industrie befinden (beispielsweise Joseph Biederman und Russell Barkley in den USA oder Klaus Skrodzki und Manfred Döpfner in Deutschland) und mitunter hohe persönliche Honorare von der Pharmaindustrie erhalten. Mehr als die Hälfte der DSM-V-Autoren bezogen Zuwendungen von Pharmaunternehmen. Aufgrund dieser Interessenskonflikte werden Forschungsdaten oftmals hinterfragt. Unterfüttert wird diese kritische Auffassung durch diverse Skandale, die im Zusammenhang mit der pharmazeutischen Industrie in der Vergangenheit publik geworden sind.[12][13]

Des Weiteren sehen Experten eine Korrelation zwischen exzessivem Pharma-Marketing und inflationierenden ADHS-Diagnosen sowie den stetig steigenden Verschreibungszahlen von Psychopharmaka.[14][15]

Aufgaben und Aktivitäten der Pharmaindustrie

Entwicklung und Herstellung von (ADHS)-Medikamenten

Eine wichtige Rolle kommt der Pharmaindustrie im Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) zu.[16] Weder Hochschulen, noch andere Institutionen oder Industrien verfügen annähernd über die wirtschaftliche Potenz, die sehr kostenintensive Forschung und Entwicklung für neue und wirkungsvollere Arzneimittel zu betreiben, wie die Pharmaindustrie. Beispielsweise beliefen sich die Vollkosten (inkl. Opportunitätskosten etc.) eines einzelnen, im Jahr 2000 entwickelten, innovativen Medikaments auf 802 Millionen US-Dollar;[17] die durchschnittlichen Entwicklungskosten sollen bei einer halben Milliarde US-Dollar pro Wirkstoff liegen. So gab das Unternehmen Shire plc nach eigenen Angaben im Jahr 2014 insgesamt etwas über eine Milliarde US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus.[18] Marcia Angell (Harvard Medical School), Psychiaterin und Autorin des New England Journal of Medicine,[19] geht jedoch von regelmäßig weit überhöhten F&E-Investitionsangaben seitens pharmezeutischer Firmen aus.[20]

Wesentlich weniger kostenintensiv als die Entwicklung neuer Wirkstoffe ist die Weiterentwicklung bestehender Medikamente sowie die Entwicklung von Generika, wie zum Beispiel dem Methylphenidat-Generikum Medikinet oder dem Retardpräparat Ritalin Adult. Momentan konzentriert sich die pharmazeutische Industrie stark zunehmend auf die Entwicklung sogenannter Blockbuster-Präparate. Dies sind Arzneimittel, mit welchen jährlich mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz erzielt wird. Hierzu können auch zur Behandlung von ADHS eingesetzte Präparate gezählt werden, wie beispielsweise das Lisdexamfetamin-Präparat Elvanse (Vyvanse). Mit Elvanse erzielte das britische Pharmaunternehmen Shire plc im Jahr 2015 einen Umsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar.[21] Mit dieser Entwicklung geht das Problem einher, dass die Entwicklung neuer Wirkstoffe seit den letzten 30 Jahren stagniert, trotz weiterhin massiv steigender Forschungsausgaben.[22] Auch findet kaum Forschung hinsichtlich bereits bestehender Wirkstoffe statt, wie beispielsweise Cannabis, da diese nicht lukrativ sind. Zudem wurden zahlreiche Forschungsprojekte zur Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung seltener Krankheiten (sog. Orphan Drugs)[23] aufgegeben.

Zum wichtigsten Kerngeschäft der pharmazeutischen Industrie gehören die Herstellung und Vermarktung neuer Arzneimittel, aber auch die Vermarktung bereits bestehender Generika. Dies schließt alle möglichen Arzneimittel aus der Human- und Tiermedizin mit ein, darunter Fertigarzneimittel, Sera, Impfstoffe, Allergenzubereitungen, aber auch neuartige Therapien, wie beispielsweise Gentherapeutika, Zelltherapeutika oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. Weiterhin stellen pharmazeutische Unternehmen auch Medizinprodukte wie Verbandmittel, Katheter oder künstliche Gelenke her.

Patentschutz von (ADHS)-Medikamenten

Neu zugelassene Medikamente unterliegen, sofern es sich um einen neuen Wirkstoff (oder Arzneimittelrezeptur, Herstellungsverfahren) handelt, einem zwanzigjährigen Patentschutz. Damit schützen sie den Patentinhaber innerhalb dieses Zeitraums vor Nachahmung und garantieren ihm somit eine Marktexklusivität. Diese Schutzwirkung hat für den Hersteller den Vorteil, dass konkurrierende Unternehmen nicht von seinen hohen finanziellen F&E-Einsätzen profitieren können, indem einfach dasselbe Präparat unter eigenem Namen verkauft wird. So besaß das Pharmaunternehmen Lilly beispielsweise bis 2017 das Patent für den Wirkstoff Atomoxetin[24] und genoss mit dem Produkt Strattera bis dahin Marktexklusivität. Erlischt das Patent, haben konkurrierende Hersteller die Möglichkeit, Nachahmerprodukte mit demselben Wirkstoff herzustellen, sogenannte Generika. Diese können in der Regel erheblich günstiger angeboten werden, da den Unternehmen erheblich geringere Entwicklungs- und keine Forschungskosten anfallen.[25] Das von Leandro Panizzon im Jahr 1944 entdeckte Psychostimulans Methylphenidat unterliegt beispielsweise keinem Patentschutz mehr, weshalb es von vielen verschiedenen Arzneimittelherstellern weltweit unter jeweils eigenen Produkt- und Markennamen angeboten wird. Ursprünglicher Patentinhaber von Methylphenidat war das Unternehmen Ciba, welches die Substanz im Jahr 1954 unter dem Handelsnamen Ritalin patentieren ließ.[26]

Pharmamarketing und Vermarktung von ADHS-Medikamenten

Umstritttene,[27] US-amerikanische Wartezimmer-Broschüre von Shire plc zum Präparat Intuniv aus dem Jahr 2010: Diese zeigt „Vorher-Nachher"-Abbildungen eines mit Intuniv medikamentierten Jungens in einer Monster-Verkleidung mit Untertitelungen wie beispielsweise (übersetzt aus dem Englischen): „Seine ADHS-Symptome können stören, doch [unter der Verkleidung] verbirgt sich ein tolles Kind“ oder „lassen Sie Veränderungen an Ihrem Kind für die ganze Familie sichtbar werden." Die Angaben der Anzeigen-Serie, welche sich auf angebliche Forschungsergebnisse von Joseph Biederman stützen sollen, wurden unter anderem von der Food and Drug Administration scharf als irreführend kritisiert, da sie fälschlicherweise suggerierten, dass Medikamente individuelle Verhaltensprobleme verbessern können.[28]

In Neuseeland und den Vereinigten Staaten unterliegt mediales Direktmarketing für verschreibungspflichtige Medikamente im Gegensatz zur restlichen Welt keinem Verbot und ist unbeschränkt möglich, weshalb dort häufig Print-, Radio- und TV-Werbung auch für zur Behandlung von ADHS zugelassene Psychopharmaka anzutreffen ist. Die teils aggressiven Marketingmethoden der Pharmaunternehmen wurden und werden insbesondere in den USA häufig kritisiert,[29] da der Patienten-Nutzen von Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente fragwürdig ist[30] und gesundheitliche Entscheidungen nicht primär von dem durch Werbung manipulierten Patienten selbst, sondern nach dem professionellen Urteil eines kompetenten Arztes getroffen werden sollten.[31]

Kritiker wie Peter Conrad verorten die Ursachen für die rapide ansteigenden Medikamentenverordnungen der letzten Jahre vor allem in den intensiven Marketingaktivitäten der Pharmaindustrie.[32][33]

Awareness-Kampagnen

Awareness-Kampagnen sind Medienkampagnen von Pharmaunternehmen, welche Anzeigenschaltungen in verschiedenen Medien (Print, TV, Radio, Internet) beinhalten können. Awareness-Kampagnen kommunizieren dem Konsumenten das Ziel, in der Bevölkerung auf das Thema ADHS aufmerksam zu machen und beinhalten oft keine direkte Werbung für spezifische Medikamente. Häufig werden im Zuge einer Kampagne auch entsprechende, kostenfreie Informations- und Wartezimmerbroschüren an Vereine, Verbände und Arztpraxen ausgegeben, welche diese dann an die Patienten weitergeben. Auch werden in entsprechenden Fachmagazinen Anzeigen gebucht, die sich speziell an Ärzte und Therapeuten richten. Diese können auch Hinweise zu Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen der jeweiligen Unternehmen beinhalten, bei denen gegebenenfalls auch eigene Produkte vorgestellt (beworben) werden.[34]

Awareness-Kampagnen sind oft attraktiv und zielgruppengerecht gestaltet und beinhalten Kommentare und Interviews auch mit selbst betroffenen prominenten Persönlichkeiten, die zum Thema ADHS Stellung nehmen, Betroffene ermutigen oder zu Handlungen auffordern, zum Beispiel zu einer Diagnostik im Falle eines Eigenverdachts auf ADHS.[35] Prominente Repräsentanten stellen für die Unternehmen einen wichtigen Faktor zur Gewinnung von Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit der potentiellen Konsumenten dar. Auf den kampagneneigenen Internetseiten werden zudem oftmals umstrittene Selbsttests angeboten, welche einen Eigenverdacht auf ADHS auch infolge cyberchondrischer [36] Effekte erhärten können. Da ADHS in jedem Alter und in allen gesellschaftlichen Schichten auftreten und medikamentös behandelt werden kann, gibt es praktisch keine Zielgruppenbeschränkungen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Lebenssituation oder sozioökonomischem Status, weshalb die Anzeigen in fast allen auflagenstarken General-Interest-Medien anzutreffen sind. Letztlich dienen Awareness-Kampagnen, ebenso wie das Direktmarketing, vordergründig der Vergrößerung des Absatzmarktes für eigene Produkte. Andererseits können Awareness-Kampagnen jedoch auch dazu beitragen, die Akzeptanz der Diagnose ADHS in der Gesellschaft zu verbessern.

Bekannte Beispiele für ADHS-Awareness-Maßnahmen sind die Kampagnen Own Your ADHD (USA) sowie ADHS und Zukunftsträume (Deutschland) und das Zukunftsbündnis ADHS (europaweit), die jeweils von Shire plc initiiert wurden. Deutsche und europäische Pharmakampagnen beinhalten meist ein deutlich zurückhaltenderes emotionales Triggering, als US-amerikanische und sind aufgrund strengerer gesetzlicher Rahmenbedingungen weniger verbreitet.

Siehe auch: ADHS in den Medien.

Print-Werbung: Chronologische Bildergalerie

Marketing-Material für Arztpraxen: Bildergalerie

Kritik

Beeinflussung von Wissenschaft und Forschung

Zur Erforschung von Krankheiten und zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden bzw. Medikamente ist die Pharmaindustrie auf eine Zusammenarbeit mit Spezialisten der jeweiligen Fachgebiete angewiesen. Unter diesen befinden sich jedoch häufig besonders einflussreiche Meinungsführer und Lehrstühle der jeweiligen Forschungsrichtungen, welche für die Forschungsaufträge der Unternehmen neben den zweckgebundenen Forschungsgeldern (sogenannte research grants) mitunter auch sehr hohe persönliche Honorare bzw. Sponsoring erhalten. Kritisch zu sehen sind die in diesem Zusammenhang entstehenden Interessenskonflikte. Das bedeutet, dass das Risiko besteht, dass die finanziellen Interessen der Pharmaunternehmen das wissenschaftliche Interesse gefährden oder untergraben.[41][42] So besteht etwa die Gefahr, dass Planung und Auswertung wissenschaftlicher Studien im Sinne des vom Auftraggeber erwünschten Ergebnisses geschehen.[43] Universitätsprofessor Adolf Chantelau kommentierte zur Einflussnahme der Pharmaindustrie auf medizinische Leitlinien:

„Es ist natürlich klar, dass die Leitlinien kontaminiert sind durch die Interessenskonflikte der Autoren dieser Leitlinien. Zum Beispiel ist die Leitlinie Angiologie [Gefäßerkrankungen] oder so etwas in einer S3-Leitlinie [die am höchsten bewerteten und damit einflussreichsten Leitlinien] der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Fachgesellschaften von Herrn Lawall und Herrn Diem gemacht worden. Herr Lawall hat einen glasklaren Interessenskonflikt, weil er Honorare von verschiedenen Firmen angenommen hat, die hier zum Teil auch vertreten sind - ich will das nicht weiter ausführen -, ich meine nur: Wenn man weiß, dass ein Leitlinienautor, der eine Leitlinie Neuropathie verantwortet, Honorare von der Firma Pfizer bekommen hat, dann braucht man gar nicht mehr weiterzulesen."

— Prof. Dr. med. Adolf Chantelau

Über seine eigenen Arbeiten an ADHS-Informationsmaterial für den Pharmakonzern Lilly äußerte sich auch der Universitätsprofessor Michael Schulte Markwort kritisch und gab an, er würde dies „heute wohl nicht mehr machen“.[44]

Laut Korruptionsbericht zum deutschen Gesundheitswesen der Transparency International waren im Jahr 2005 40 % der medizinischen Studien nachweislich gefälscht oder durch Sponsoring manipuliert.[45]

Pharma-Sponsoring im Bereich der Forschung geschieht nicht nur in Form von finanziellen Zuwendungen, sondern kann auch die Finanzierung von Spesen, Geschenken, hochwertigen Reisen, Hotelaufenthalten, Fahrzeugen etc. beinhalten.

So hatte der US-amerikanische ADHS-Forscher und Meinungsführer Joseph Biederman dem Pharmaunternehmen Johnson & Johnson, von dem er 700.000 US-Dollar an Forschungshonoraren erhalten hatte, bereits vor Beginn seiner Forschungsarbeiten „versprochen", das Neuroleptikum Risperidon werde sich nach Abschluss der Forschungen im Jahr 2008[46] als wirksam bei Vorschulkindern erweisen.[47] Insgesamt erhielt Biederman innerhalb weniger Jahre mehr als 1,6 Millionen US-Dollar an Pharmahonoraren, die er verschwiegen hatte, obwohl er zu einer Offenlegung verpflichtet gewesen war. Ausgewiesen hatte er lediglich 200.000 US-Dollar (siehe: Joseph Biederman - Skandal über verschwiegene Zuwendungen).

Beinahe alle in Deutschland führenden Lehrstühle für Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalten Forschungsförderung von Pharmaunternehmen[48], darunter unter anderen Tobias Banaschewski[49], Manfred Döpfner[50] und Gerd Lehmkuhl[51]. Darüber hinaus erhielt ein überwiegender Teil der an der Leitlinie der AG ADHS beteiligten Fachleute Pharmahonorare, darunter unter anderen Klaus Skrodzki.[52] Indes sind Hochschulprofessoren in Deutschland - im Gegensatz etwa zu den Vereinigsten Staaten - nicht zu einer öffentlichen Erklärung von Pharmahonoraren verpflichtet, weshalb genauere Angaben über die erhaltenen Zuwendungen dieser bislang nicht bekannt sind.

Beeinflussung von Ärzten und Therapeuten

Direkte Beeinflussung niedergelassener Ärzte durch Kick-Back-Vereinbarungen

Kritisch betrachtet wird die direkte Beeinflussung niedergelassener Ärzte und Therapeuten durch die aktuell etwa 20.000 in Deutschland aktiven Vertreter der pharmazeutischen Industrie. Durch die Aktivitäten jener Pharma-Vertreter solle vor allem das Diagnose- und Verschreibungsverhalten beeinflusst werden.[53][54] Die Ärzte sollen dabei etwa mit Gratis-Medikamenten, Geschenken oder Umsatzbeteiligungen (sogenannte „Kick-Back-Vereinbarungen“) umworben werden. Dieses Vorgehen ist legal und gilt nach einem Urteil des Bundesgerichtshof des Jahres 2012 (Az. GSSt 2/11)[55][56] nicht als Bestechung - nach BGH-Urteil machen sich „Kassenärzte, welche von einem Pharmaunternehmen Vorteile als Gegenleistung für die Verordnung von Arzneimitteln dieses Unternehmens entgegennehmen, nicht wegen Bestechlichkeit nach § 332 strafbar“, wobei „auch eine Strafbarkeit wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr nach § 299 Abs.1 StGB ausscheidet“.[57]

Als bekannter Fall wurde im Jahr 2006 der Kickback-Skandal des Ratiopharm-Konzerns publik, bei dessen Ermittlungen im Rahmen von 3400 Verfahren die Wohnungen von 400 Pharmavertretern und Büros leitender Angestellter durchsucht wurden. Der Vorwurf lautete zunächst, dass Vertreter des Konzerns dabei Ärzte neben Sachleistungen für ihre Praxen auch mit Barschecks bestochen haben sollten.[58] Zur Tarnung jener Zuwendungen hätten die Ärzte fälschlicher Weise angegeben, Schulungen gegeben und Vorträge gehalten zu haben. Nach oben genanntem BGH-Urteil wurden die Ermittlungen und das über acht Jahre andauernde Verfahren jedoch letztlich eingestellt.[59][60]

Beeinflussung von Ärzten durch Anwendungsbeobachtungen

Kritisch diskutiert[61][62][63][64][65] werden auch die sogenannten (methodisch oftmals nicht abgesicherten) Anwendungsbeobachtungen (AWB)[66] bzw. „Anwendungsstudien“, im Rahmen derer der Arzt dem beauftragenden Pharmaunternehmen gegen finanzielle Honorare oder Sachbelohnung über den Effekt eines bestimmten Medikaments berichten soll. Im Jahr 2008 waren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Hessens 50.000 deutsche Ärzte an AWB beteiligt.[67] Transparency International und andere Experten wie der Universitätsprofessor Ulrich Keil bezeichnen AWB indes als „Scheinforschung“ ohne wissenschaftlichen Nutzen,[68][69] was auch durch eine wissenschaftliche Untersuchung des WINEG teilweise gestützt wird.[70]

Das durchschnittliche Ärztehonorar für AWB beläuft sich auf 19.000 € pro Jahr für den einzelnen Arzt [71], oder 2500 € pro Patient.[72] In diesem Zusammenhang lautet der Vorwurf gegenüber den Pharmafirmen, dass diese jene AWB lediglich als Marketing-Instrumente einsetzen, um den Absatz ihrer Medikamente zu erhöhen.[73] Einige Kritiker erachten die Grenzen zum Straftatbestand der Korruption bei der Teilnahme von Ärzten an AWB als fließend,[74] Wolfgang Wodarg spricht von einer „legalisierten Form der Bestechung von Ärzten“.[75]

Beeinflussung von Ärzten und Therapeuten durch gesponserte CME-Fortbildungen am Beispiel einer ADHS-Fortbildung

Da die Umsatzmultiplikation durch CME-Sponsoring gemäß aktueller Daten bei durchschnittlich 11,70 Euro pro investiertem Euro liegt,[76] erweist sich dieses als äußerst rentabel für die sponsernden Pharmafirmen.

Ärzte bzw. Psychiater wie Lehmkuhl, Resa-Thomas und Flötotto (MEZIS)[77] erleben Pharma-gesponserte ADHS-Fortbildungen (CME) insofern eher als getarnte Marketing-Kampagnen, denn als Fortbildungsveranstaltungen mit hohem fachlichem Wert.[78] Die Autoren berichteten im Jahr August 2014 sehr detailliert über eine im März desselben Jahres stattgefundene, von der Ärztekammer Berlin zertifizierte Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Diagnostik und Therapie bei Erwachsenen mit ADHS“. Jene Veranstaltung habe aufgrund der fachlich häufig mangelhaften Inhalte und der inhaltlich starken Ausrichtung auf Produkte der sponsernden Firma MEDICE Arzneimittel Pütter eher den Eindruck einer Werbeveranstaltung für das Präparat Medikinet, bzw. einer „Krankheitsbewusstmachungskampagne einer Firma in Zusammenhang mit der Markteinführung eines neu zugelassenen Präparates“ gemacht. Auffällig sei gewesen, dass die Referenten einerseits hinsichtlich der ADHS im Erwachsenenalter höhere Prävalenzen angegeben haben sollen, als üblicherweise in Studien und Fachliteratur genannt, wobei stets eine diagnostische Untererfassung (statt etwa einer möglichen Überdiagnostik) der ADHS vorausgesetzt worden sei; andererseits seien bedeutende Nebenwirkungen, einschränkende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Anwendung der Fachinformation-Medikinet[79] in wichtigen Teilen entweder ganz ausgelassen, oder aber nicht ernstgenommen oder bagatellisiert worden. Zudem seien bestimmte Nebenwirkungen auch schlichtweg als „positive Nebeneffekte“ dargestellt worden, wie etwa der häufige Appetit- und Gewichtsverlust bei Methylphenidat-Einnahme übergewichtiger Patienten. Das Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial von Methylphenidat bei nicht verschreibungsgemäßer Applikation sei unerwähnt geblieben, die BtMG-Unterstellung der Substanz sei als „veraltet“ bezeichnet worden.

Darüber hinaus sei das „eindimensionale Bild vermittelt worden, ADHS sei ganz überwiegend genetisch determiniert und mit Fehlsteuerung des dopaminergen bzw. noradrenergen Systems assoziiert“, während die Medikinet-Fachinformation selbst angibt: „die spezifische Ätiologie dieses Syndroms ist unbekannt“.[80] Während dem Thema Pharmakotherapie ein Großteil der Vortragszeit eingeräumt wurde, seien andere Therapieformen lediglich am Rande erwähnt worden. Die Nachrangigkeit der Pharmakotherapie im Rahmen der multimodalen Therapie, wie sie sowohl in den Therapieleitlinien, als auch in der Fachinformation definiert ist, sei unerwähnt geblieben.

Jene Fortbildung sei weder frei von wirtschaftlichen Interessen gewesen, noch habe sie „den Bestimmungen der ärztlichen Berufsordnung, dass ärztliche Fortbildung objektiv, evidenzbasiert und unabhängig sein soll, entsprochen“. Obgleich die Berufsordnung für Ärzte dies fordert (§ 32 Abs. 3),[81] sei von der Vertretung der Firma MEDICE vor oder bei der Durchführung der Veranstaltung nicht darauf hingewiesen worden, dass die Veranstaltung von dieser gesponsert und organisiert wurde. Auch seien etwaige Verflechtungen, Bedingungen und Interessenskonflikte der ärztlichen Referenten mit der Firma MEDICE in keiner Weise dargestellt worden.

Die Autoren warnen vor den Auswirkungen pharmabeeinflusster Fortbildungsveranstaltungen und befürworten ein Verbot bzw. eine Nichtanerkennung industriegesponserter Fortbildungen und eine Förderung unabhängiger Fortbildung, etwa nach dem Vorbild Norwegens.

Einfluss der Pharmaindustrie auf die Patientenselbsthilfe

Der US-amerikanische ADHS-Selbsthilfeverband CHADD bedankt sich in einem Dokument der Jahresversammlung im Jahr 2000 bei den 11 größten Sponsoren, unter denen sich ausschließlich Pharmakonzerne befinden. Allein der Pharmahersteller Shire plc spendete dem Verband in den Jahren 2006 bis 2009 3 Millionen US-Dollar.[82] Laut Verbandsangaben findet trotz der hohen Zuwendungen von Seiten der Pharmaindustrie keine Beeinflussung der Verbandsarbeit statt

Die gegenwärtige Versorgungssituation von Menschen mit ADHS wird von zahlreichen Experten als mangelhaft eingestuft, darunter beispielsweise Michael Huss[83] (Universität Mainz) und die Bundesärztekammer.[84] Wichtiger Stützpfeiler für Betroffene und Angehörige Betroffener ist daher die Möglichkeit der Unterstützung und Vertretung ihrer Belange von und durch lokale, aber auch internetbasierte Selbsthilfeorganisationen und -Gruppen.

Einfluss auf lokale Selbsthilfegruppen

Als problematisch wird jedoch die Einflussnahme der pharmazeutischen Industrie auf den Selbsthilfesektor gesehen. Selbsthilfegruppen bieten für die Industrie einen leicht erreichbaren Pool der lukrativsten Zielgruppe, da sich in diesen besonders schwer erkrankte Patienten mit den höchsten, sogenannten Lebenszeit-Werten (customer lifetime values)[85] befinden.[86] Gemäß US-Studien liegt die Umsatzmultiplikation jedes Dollars, der in Patienteninformation fließt, bei 4,2.[87] In Deutschland liegt die Zahl der ADHS-Vereinsmitglieder in einem fünfstelligen Bereich. Kritiker sehen hier die Gefahr von falschen oder einseitigen Informationen gegenüber Patienten, welche aufgrund der entstehenden Interessenskonflikte die Folge sein können. Eine Studie des Jahres 2006 machte das bemerkenswerte Ausmaß des Industrie-Einflusses auf den Selbsthilfesektor deutlich.[88]

Der Selbsthilfesektor ist jedoch fast immer auf externe Zuwendungen von Wirtschaftsunternehmen angewiesen, da Mitgliedsbeiträge und Spenden aus den eigenen Reihen meist nicht ausreichend sind, um langfristig effektiv arbeiten und Projekte realisieren zu können. Einige Selbsthilfeorganisationen, -Gruppen und -Verbände, wie beispielsweise der ADHS Deutschland e.V., versuchen daher, durch entsprechende Transparenzmaßnahmen und die Annahme von Pharmageldern ausschließlich zum Zwecke dezidierter Projekte, operationale Neutralität zu gewährleisten, sowie Vertrauen gegenüber Vereinsmitgliedern und Patienten zu schaffen. Darüber hinaus verzichten einige Vereine vollständig auf medizinische Beratungsangebote.

Einfluss auf internetbasierte Selbsthilfegruppen/-Foren

Ein Vorteil internetbasierter Selbsthilfegruppen sind die relativ geringen Betriebskosten. Diese ermöglichen eher einen autarken Betrieb unabhängig von Spenden von Wirtschaftsunternehmen. Insbesondere Internet-Selbsthilfeforen zum Thema ADHS genießen daher hohes Vertrauen bei den Patienten. Beispielsweise erfolgt die Finanzierung des ADHS-Chaoten-Forums laut Betreiberangaben vollständig privat, unabhängig und ehrenamtlich.[89] Auf der anderen Seite ist selbst für die Betreiber meist nicht nachzuvollziehen, ob bestimmte Interessensgruppen dort aktiv sind. Zum Schutze der Patienten ist bei allen deutschsprachigen Selbsthilfe-Foren eine anonyme Teilnahme möglich, weshalb genaue Daten zu einer möglichen Einflussnahme von Wirtschaftsunternehmen in den Foren nicht existieren.

Disease Mongering: ADHS als erfundene Krankheit der Pharmaindustrie

Vereinzelte Kritiker waren und sind der Auffassung, es handele sich bei ADHS im Sinne des Disease Mongering[90] um eine erfundene Krankheit, welche qua Pharma-Einfluss ihren Weg in die Medizin gefunden habe, um einen profitablen Markt für die Pharmaindustrie zu schaffen. Mit diesen Vorwürfen klagten in den 1990er Jahren unter anderem die US-amerikanische Anwaltskanzlei Waters & Kraus und Bio-Psychiatriekritiker Peter Breggin im Rahmen von fünf groß angelegten Sammelklagen in fünf US-Bundesstaaten gegen den Pharmakonzern Novartis, den US-amerikanischen ADHS-Verband CHADD und die American Psychiatric Association (APA). Laut Anklage sollte ein Großteil der Autoren des Diagnosemanuals DSM (von denen mehr als die Hälfte Pharmabezüge erhielt), welche für die ADHS-Verschlüsselung verantwortlich waren, infolge von Korrumpierung dafür gesorgt haben, dass mit ADHS ein gesellschaftlich und psychosozial bedingtes Konstrukt ohne wissenschaftliche Belege als medizinische Störung klassifiziert worden war. Der CHADD, welcher mitunter Pharma-Sponsoring in Millionenhöhe erhält, soll dabei als Marketing-Multiplikator fungiert haben. Die Gerichte sahen jedoch keine ausreichenden Beweise für diese Behauptungen, sodass letztlich sämtliche Klagen abgewiesen oder zurückgezogen wurden. Eine Konsensus-Erklärung des Jahres 2002, an der 86 internationale Experten beteiligt waren und welche mehr als 500 Referenzierungen aufweist (darunter u.a. Publikationen von Biederman, Barkley, Zametkin sowie Johanna und Klaus-Henning Krause), bezeichnet diese und vergleichbare Behauptungen unter Berufung auf die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse als haltlos, unbegründet und „schlichtweg falsch“.[91]

Die sich über mehrere Jahre ziehenden Verfahren erzeugten ein weltweites Medienecho und wurden und werden von Kritikern und Medienberichten bis heute immer wieder aufgegriffen. Ähnlich lautete eine Darstellung des Magazins Der Spiegel im Jahr 2012[92], die sich auf ein Interview des Journalisten und Autors Jörg Blech bezog, welches dieser nach eigenen Angaben mit dem US-amerikanischen Psychiater Leon Eisenberg geführt hatte. In diesem soll Eisenberg sich von früheren Positionen und der seiner Ansicht nach inflationären Diagnosepraxis der ADHS distanziert haben. Nach Eisenberg sollen sich Kliniker im Rahmen der Diagnostik gründlicher mit möglichen psychosozialen Einflussfaktoren befassen, welche psychiatrische Störungen mitbedingen können. Seine ursprünglich differenzierte Äußerung, er sehe ADHS aufgrund der expandierenden Verschreibungszahlen[93] von Psychopharmaka als eine „fabrizierte Erkrankung“, wurde vom Spiegel und anderen Medien verkürzt dargestellt.[94]

Siehe auch: Ritalin-Sammelklagen

Trivia

  • Als persiflierte Reaktion auf die emotionalisierenden Werbemaßnahmen der Pharmaindustrie in den Vereinigten Staaten sowie die zunehmende gesellschaftliche Medikalisierung entstand das US-amerikanische Satireprojekt Nature RX,[95][96] dessen Name als Anspielung auf (verschreibungspflichtige) Arzneimittel zu verstehen ist.

Pharmaunternehmen in diesem Wiki

Siehe auch

Film und Fernsehen

Deutsch

Englisch

Studien

Weblinks

Deutsch

Englisch

Literatur

  • Weiss, H.: Korrupte Medizin - Ärzte als Komplizen der Konzerne, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008
  • Müller-Mohnssen, H.: Wem nutzen Falschaussagen „wissenschaftlicher“ Experten?, in: Bultmann, A., Schmithals, F. (Hrsg.): Käufliche Wissenschaft - Experten im Dienst von Industrie und Politik, Knaur, München 1994
  • Wassermann, O.: Fälschung und Korruption in der Wissenschaft, in: Bultmann, A., Schmithals, F. (Hrsg.): Käufliche Wissenschaft - Experten im Dienst von Industrie und Politik, Knaur, München 1994
  • Ruesch, H.: Die Pharmastory - Der große Schwindel, F. Hirthammer Verlag, München 1985
  • McTaggart, L.: Was Ärzte Ihnen nicht erzählen - Die Wahrheit über die Gefahren der modernen Medizin, SENSEI Verlag, Kernen 2000
  • Angell, M.: Der Pharma-Bluff - Wie innovativ die Pillenindustrie wirklich ist, KomPart Verlagsgesellschaft, Bonn/Bad Homburg 2005

Weitere interessante Artikel

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Einzelnachweise

  1. http://www.strategyand.pwc.com/global/home/what-we-think/innovation1000/top-innovators-spenders#/tab-2015
  2. Gunter Frank: Schlechte Medizin. Ein Wutbuch. 3. Auflage. Knaus-Verlag, 2012, ISBN 978-3-8135-0473-6, S. 70–79
  3. Hans Weiss: Korrupte Medizin. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008.
  4. Sawicki kritisiert Pharmalobby. In: Deutsches Ärzteblatt. 26. Januar 2010, ärzteblatt.de über den ehemaligen Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki
  5. Peter C. Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert. Riva, München 2014, ISBN 978-3-86883-438-3.
  6. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mediziner-fortbildung-macht-der-pharma-portale-erbost-das-kartellamt-a-582389.html
  7. Normal. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Köln. Dumont-Buchverlag, 2013.
  8. G. A. Jelinek, S. L. Neate: The influence of the pharmaceutical industry in medicine. In: Journal of Law and Medicine. 17, Nr. 2, Oktober 2009, S. 216–23, PMID 19998591.
  9. The influence of the pharmaceutical industry. House of Commons Health Committee, Fourth Report of Session 2004–2005, Volume I, 22. März 2005, abgerufen am 20. März 2010.
  10. https://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Gesundheitspapier_Stand_2008_Auflage_5_08-08-18.pdf
  11. http://www.mezis.de/tl_files/mezis/dokumente/Im%20Fokus%20der%20Pharmaindustrie%20%28H.%20D.%20Lehmkuhl%20u.%20a.%29.pdf
  12. Beispielsweise: http://www.justice.gov/opa/pr/shire-pharmaceuticals-llc-pay-565-million-resolve-false-claims-act-allegations-relating-drug
  13. Beispielsweise: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28879&no_cache=1&sword_list=zyprexa
  14. http://www.brandeis.edu/departments/sociology/pdfs/ADHD.pdf
  15. http://www.dgsp-ev.de/fileadmin/dgsp/pdfs/PPPraesentationen_Vortraege/DGSP_Arzneimittel_ADHS20-11-2013_03.pdf
  16. Artikel: „So funktioniert Pharmaforschung"
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12606142?dopt=Abstract
  18. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/415998/umfrage/funde-ausgaben-von-shire/
  19. http://web.med.harvard.edu/healthcaucus/ac_angell.html
  20. http://www.nybooks.com/articles/2004/07/15/the-truth-about-the-drug-companies/
  21. http://www.mmm-online.com/features/2015-top-20-companies-shire/article/411390/
  22. Service RF. (2004): Surviving the blockbuster syndrome. In: Science Bd. 303, S. 1796-1799, PMID 15031490
  23. Wikipedia: Orphan Drugs
  24. http://www.accessdata.fda.gov/scripts/cder/ob/docs/patexclnew.cfm?Appl_No=021411&Product_No=002&table1=OB_Rx
  25. vgl. http://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/so-funktioniert-pharmaforschung/so-entsteht-ein-medikament.html/_2-innovationen-brauchen-einen-soliden-rahmen
  26. https://goo.gl/jzP0do
  27. http://www.fda.gov/downloads/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/EnforcementActivitiesbyFDA/WarningLettersandNoticeofViolationLetterstoPharmaceuticalCompanies/UCM217756.pdf
  28. http://www.fda.gov/downloads/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/EnforcementActivitiesbyFDA/WarningLettersandNoticeofViolationLetterstoPharmaceuticalCompanies/UCM217756.pdf
  29. http://www.nytimes.com/roomfordebate/2013/12/15/is-the-drug-industry-developing-cures-or-hyping-up-demand/consumer-drug-advertising-should-be-banned
  30. http://www.annfammed.org/content/5/1/6.full
  31. http://www.pnas.org/content/110/Supplement_3/14069.long
  32. http://www.eurekalert.org/pub_releases/2014-11/bu-ags111814.php
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