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Das Drama des unruhigen Kindes (Dokumentation)

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Das Drama des unruhigen Kindes
Filmgattung Dokumentation
Alterbeschränkung / Empfehlung k.A.
Erscheinungsjahr 2003

Das Drama des unruhigen Kindes ist eine erstmals im Jahr 2003 vom TV-Sender Arte ausgestrahlte Dokumentation, die sich kritisch mit dem Thema ADHS bei Kindern auseinandersetzt.

Inhalt

Etwa eine Million Kinder in Deutschland, davon circa 80 bis 90 Prozent Jungen, sind von Aufmerksamkeitsstörungen betroffen. Sie zappeln, können sich auf nichts konzentrieren, ecken überall an. "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Symptom" kurz ADHS, lautet immer häufiger die ärztliche Diagnose. Als sogenanntes Wundermittel wird zunehmend Methylphenidat verordnet, ein Amphetamin, das z.B. unter den Namen Ritalin oder Medikinet gehandelt wird. In den USA nehmen nach Schätzungen der amerikanischen Drogenbehörde rund 15 Prozent der Schulkinder Ritalin, Tendenz steigend.

Doch bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, ob organische Veränderungen im Gehirn des Kindes Ursache oder nicht viel eher Folge seiner Aufmerksamkeitsstörung sind. Wir sollten uns fragen, "ob vielleicht unser gegenwärtiges Erziehungssystem den kindlichen Lernbedürfnissen nicht gerecht wird; oder ob eine Form der Wohlstandsverwahrlosung vorliegt, die immer häufiger zu frühkindlichen Beziehungsstörungen führt", wie der Neurobiologe Gerald Hüther es formuliert. Diese Sichtweise ist eine Alternative dazu, mit Ritalin in den Hirnstoffwechsel der Kinder einzugreifen und das Problem nur bei ihnen zu suchen.

Der Streit um Ursache, Diagnose und Therapie von ADHS wird mit harten Bandagen geführt. Der Themenabend geht davon aus, dass es sich lohnt, die gegenteiligen Positionen klarzustellen, die bei Wissenschaftlern, Ärzten und den Eltern zu finden sind. Er will aber auch zeigen, dass es Möglichkeiten jenseits der Medikation gibt, mit ADHS umzugehen.[1]

Rezeption

Barbara Högl aus dem Vorstand Bundesverband Arbeitskreis Überaktives Kind e.V. in einem offenen Brief an ZDF/Arte am 01.10.2003:[2]

"Bedauerlich, dass der journalistische "Jagdtrieb" stärker war als der Wille zur sachlichen Berichterstattung. Bedauerlich, dass das große Engagement der Selbsthilfeverbände nicht unterstützt, sondern diskriminiert wurde."

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Inhaltsangabe von arte.de
  2. Stellungnahme auf mysnip.de
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