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Methylphenidat

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Methylphenidat
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Freiname Methylphenidat
Andere Namen 2-Phenyl-2-(2-piperidyl)essigsäure-methylester (IUPAC)
Summenformel C14H19NO2
Wirkstoffklasse Sympathomimetikum, Stimulans
Weitere Informationen Medikamente, Pharmakotherapie, Behandlung, Pharmaindustrie


Ritalin wurde nach seiner Entdeckung durch den schweizer Chemiker Leandro Panizzon von Ciba patentiert und zur Behandlung diverser psychischer Störungen zugelassen

Methylphenidat (kurz: MPH) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Stimulanzien, der als Wirkstoff unter anderem in den Präparaten Ritalin, Medikinet, Concerta oder Equasym enthalten ist. Methylphenidat-haltige Präparate können zur Behandlung einer schwer ausgeprägten ADHS-Symptomatik oder bei krisenhaften Zuspitzungen verschrieben werden. Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt leitliniengemäß stets ergänzend im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts, zur Monotherapie (als einzige Therapiemaßnahme) ist sie nicht geeignet. Der individuelle Nutzen und Wirksamkeitsgrad von Methylphenidat auf die ADHS-Symptomatik kann deutlich variieren und ist von einigen Faktoren abhängig. Bei schwerer Symptomausprägung können mit der medikamentösen Kombinationsbehandlung bisweilen enorme Verbesserungen erzielt werden.

Methylphenidat wurde im Jahr 1944 vom schweizer Chemiker Leandro Panizzon entdeckt. Seit mehr als 50 Jahren wird es als medikamentöses „Mittel der Wahl“ zur Behandlung hyperkinetischer Störungen eingesetzt. In Deutschland ist das Medikament als Betäubungsmittel eingestuft und unterliegt einer besonderen Verschreibungspflicht.

Ausführliche Informationen über die medikamentöse Therapie sind im Artikel Pharmakotherapie zu finden.

Entdeckung von Methylphenidat

Vergleich von Spiegelverläufen unterschiedlicher Retardmedikamente sowie unretardierten Methylphenidats.
Leandro Panizzon, Entdecker des Wirkstoffs, im Jahr 1937

Als Entdecker des Methylphenidat gilt der Basler Chemiker Leandro Panizzon.[1] Panizzon war Mitarbeiter des schweizer Pharmaunternehmens Ciba und zum Zeitpunkt seiner Entdeckung 37 Jahre alt. Er stellte den Wirkstoff durch eine Synthetisierung aus Phenylacetonitril und 2-Chlorpyridin her.[2] Wie zu dieser Zeit üblich, testete Panizzon den neuen Wirkstoff an sich selbst, konnte jedoch zunächst keine Wirkung feststellen. Nachdem der Wirstoff bei ihm selbst keine besondere Wirkung zeigte, beschloss er, ihn an seiner Frau, Marguerite Panizzon, zu testen, die an niedrigem Blutdruck litt. Panizzon hatte die Vermutung, dass die neu entdeckte Verbindung bei seiner Frau positive Wirkungen zeigen könnte. Marguerite berichtete nach dem Tennisspiel über eine deutlich zu vernehmende Leistungssteigerung, die offenbar mit der Einnahme von Methylphenidat einerzugehen schien. Im Anschluss taufte Leandro Panizzon den neu entdeckten Wirkstoff als Ritalin, eine Anspielung auf den Kosenamen Rita seiner Frau Marguerite.

Im Jahr 1950 ließen Panizzon und Max Hartmann ein verbessertes Herstellungsverfahren von Methylphenidat in den Vereinigten Staaten patentieren (US-Patent-Nummer 2507631).[3] Methylphenidat wurde zunächst intravenös zur Behandlung von Barbituratvergiftungen eingesetzt.[4] 1954 wurde es unter dem Handelsnamen Ritalin als Mittel zur Behandlung von psychiatrischen Störungen vom schweizer Pharmaunternehmen Ciba patentiert. 1955 wurde Ritalin zur Behandlung zahlreicher Indikationen vorgestellt und zugelassen, darunter Depressionen, Müdigkeit und Narkolepsie. Im Jahr 1957 erfolgte die Markteinführung in Europa.

In den 1960er Jahren konnten eine erste placebokontrollierte Studie sowie vier weitere Untersuchungen belegen, dass Methylphenidat positive Wirkungen bei Symptomen der Impulsivität, Hyperaktivität sowie Aufmerksamkeitsstörungen hat. Im Jahr 1968 untersuchte der Kinderneurologe J. Gorden Millichap die Wirksamkeit von Methylphenidat im Vergleich zu Amphetaminen und kam zum Schluss, dass Methlyphenidat zur Behandlung der betreffenden Symptome bei Kindern und Jugendlichen „Mittel der Wahl" sei. Von den 337 Patienten zeigten 84 % Symptomverbesserungen nach Gabe von Methylphenidat. Dem gegenüber standen 69 % der 415 Patienten mit gebesserten Symptomen nach Gabe von Amphetaminen.[5] 20 Jahre nach der Patentierung erlosch das Patent am Wirkstoff Methylphenidat.

Während der Gültigkeitsphase des Patents verzeichnete Ciba vergleichsweise geringe Absatzzahlen mit dem Präparat. Zwar sind die Wirkungen von Amphetaminen auf hyperaktive und impulsive Verhaltensstörungen bereits seit den 1930er Jahren beschrieben und Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen werden bereits seit 1937 mit Psychostimulanzien behandelt, allerdings erfuhr das Präparat seinen massiven Absatzanstieg erst mit der erstmaligen Definition der ADHS als eigenständiges Störungsbild in den 1980er Jahren. Seit dem Erlöschen des Patents wird Methylphenidat unter zahlreichen Handelsnamen (Generika) und Variationen (zum Beispiel Retardpräparate oder Pflaster) unterschiedlicher Hersteller vertrieben.

Indikation

Methylphenidat kann bei einer stark ausgeprägten ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen und Kindern ab dem sechsten Lebensjahr verabreicht werden. Voraussetzung für die Verschreibung des Medikaments ist die eingehende Aufklärung der Eltern / des Betroffenen über die Wirkungsweise und Nebenwirkungen, sowie die Vorteile und Nachteile der Medikation. Wird das Medikament ohne eingehende Aufklärung und ohne den Hinweis auf den multimodalen Therapieansatz verschrieben, ist dies als unsachgemäß zu bezeichnen,[6]. Im Allgemeinen ist Methylphenidat nur bei hohem Leidensdruck indiziert, wenn im Vorfeld getroffene Maßnahmen nicht zur Verbesserung der Symptomatik beitragen konnten. Ferner muss die Medikation regelmäßig durch einen Experten beobachtet werden.

Präparate

Entwicklung des Absatzes Methylpehnidat-haltiger Medikamente in der Bundesrepublik Deutschland von 1993 - 2011 (Quelle: Bundesopiumstelle)

In Deutschland sind aktuell folgende Methylphenidat-haltige Generika erhältlich (siehe auch: Medikamente)

In Deutschland noch nicht verfügbar ist die Darreichungsform von Methylphenidat über ein transdermales Pflaster, das den Wirkstoff über die Haut über einen Zeitraum von bis zu neun Stunden kontrolliert freisetzt.[7] Der Plasmaspiegel lässt sich, ähnlich wie mit den retardierten Präparaten, über eine Dauer von bis zu zwölf Stunden aufrechterhalten, was der dreimaligen Gabe eines Methylphenidat-haltigen Präparats in Tablettenform entspricht.

Galerie (Auswahl)

Wirkmechanismus

Typisch für indirekte Sympathomimetika, wirkt Methylphenidat im Zentralen Nervensystem nicht auf neuronale Rezeptoren, sondern hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter und stimuliert so eine Erregung des Sympathikus. Methylphenidat bindet an die Wiederaufnahme-Transportproteine von Noradrenalin und Dopamin, was bei Unbetroffenen wie Betroffenen eine Steigerung der Aufmerksamkeit und des Muskeltonus erwirkt.

Dosierung

Die Einstellung auf kurzwirksame Psychostimulanzien wie Methylphenidat erfolgt im Rahmen des multimodalen Gesamtbehandlungsplans. Die optimale Wirkung wird bei unterschiedlichen Dosen erreicht, eine grundsätzliche Aussage über die optimale Dosis lässt sich nicht treffen.

Die medikamentöse Therapie beginnt in der Regel mit einer niedrigen Einzeldosis (zum Beispiel 2,5 bis 5 mg bei Kindern im Grundschulalter) und wird im Rahmen der Titrationsmethode wöchentlich um 5-10 mg pro Tag gesteigert, bis die optimale Dosis erreicht ist. Oftmals ist nach einigen Monaten eine erneute Einstellung mit nochmals erhöhter Dosis erforderlich. Die Höchstdosis liegt bei 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Zur Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter wird für gewöhnlich zunächst eine Einzeldosis von 10 mg gegeben. In der Regel wird die Pharmakotherapie mit Methylphenidat mit einem kurzwirksamen Präparat, wie Ritalin, eingeleitet, um später evtl. auf ein Retardpräparat umzustellen.

Kontraindikationen

  • Starke Angst- und Spannungszustände oder Agitiertheit
  • Schwere Depression, psychische Beschwerden, Suizidneigung
  • Anorexia nervosa
  • Glaukom
  • Benigne Prostatahyperplasie
  • Tourette-Syndrom oder entsprechende Veranlagung
  • Phäochromozytom
  • Behandlung mit MAO-Hemmern
  • Hyperthyreose
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Angina pectoris
  • Herzinsuffizienz, Herzinfarkt
  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • Komorbider Drogenmissbrauch

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen (>1:10) sind verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Übelkeit. Nervosität und Schlaflosigkeit zu Beginn der Behandlung können in der Regel durch Reduktion der Dosis und/oder durch Auslassen der Nachmittags- oder Abenddosis kontrolliert werden.

Häufig (1:100 bis 1:10): Appetitlosigkeit, Angstgefühle, anfängliche Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Nervosität, Unruhe, Agitiertheit, Aggressionen, Zähneknirschen, Depressionen, verminderte Libido, Verwirrung, Spannung, Schwindelgefühl, Zittern, Ameisenlaufen (Kribbeln), Dämpfung (Sedierung), Spannungskopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Drehschwindel, Schmerzen in Nasen-Rachenraum, Aufstossen (Dyspepsie), Erbrechen, Verstopfung, übermässiges Schwitzen, Muskelspannung, Reizbarkeit, Gewichtsverlust, Muskelzuckungen (Tic), emotionale Labilität. Bei Kindern und Jugendlichen außerdem Entzündung des Nasen-Rachenraums, Schwindel, Husten, Oberbauchschmerzen und Fieber.

Sehr selten (<1:10000) treten Orientierungslosigkeit, akustische und visuelle Halluzinationen, Manien und beginnende Psychosen, Zorn, plötzlicher Herztod, Agitiertheit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, Traurigkeit, Lethargie oder Schläfrigkeit auf.

Wachstum

Bei Kindern kann die Einnahme von Methylphenidat zu Wachstumsverzögerungen[8] und zu Gewichtsreduktion führen.

Suizidalität

Bei Methylphenidat-haltigen Zubereitungen wurden neben erfolgtem Suizid, Suizidversuche und Suizidgedanken beobachtet[9]

Wechselwirkungen

Während der ersten 14 Tage nach Medikationsbeginn sollten neben Methylphenidat keine MAO-Hemmer eingenommen werden, da die Wirkstoffkombination gefährliche Kreislaufbeschwerden (hypertensive Krise) verursachen kann.

Die Wirkung blutdrucksenkender Mittel kann durch Methylphenidat vermindert und sogar aufgehoben werden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin (Antiepileptikum) kann die Wirksamkeit von Methylphenidat reduzieren. Gleiches gilt für Antazida (säurehemmendes Mittel).

Anwendung mit Alkohol

Die gleichzeitige Anwendung von psychoaktiven Arzneimitteln und Alkohol empfiehlt sich nicht, da Alkohol die ZNS-Nebenwirkungen der Substanzen verstärken kann. Optimaler Weise wird aufgrund der bestehenden Risiken während dem gesamten pharmakotherapeutischen Zeitraum kein Alkohol konsumiert, wenngleich gravierende Wechselwirkungen bei geringem Konsum selten beschrieben sind. In Fällen von sehr hohen Alkoholkonzentrationen besteht die Möglichkeit einer kinetischen Profiländerung, etwa eines sofort-freisetzenden Profils bei Retardpräparaten.

Abhängigkeitspotential

Bei ordnungsgemäßer Therapie mit Methylphenidat ist bislang kein Fall von körperlicher Abhängigkeit registriert worden (2017), wobei hier noch nicht ausreichend Langzeitstudien vorhanden sind.[10] Bei missbräuchlicher Verwendung besteht ein Suchtrisiko. Dieses besteht insbesondere bei parenteraler und intranasaler Applikation, die jedoch nicht der Verordnung entsprechen. Nicht zu vernachlässigen ist nach Meinung einiger Kritiker auch eine potentielle, psychische Abhängigkeit, die die Medikation mit Methylphenidat bei einigen Betroffenen verursachen kann. Die Betroffenen nehmen dann an, dass sie die erreichten Verbesserungen ihres Verhaltens und ihrer Leistungen nicht ohne Zuhilfenahme von Methylphenidat aufrechterhalten können, obgleich dies nicht immer im befürchteten Ausmaß der Fall sein muss.[11]

Weitere Untersuchungen geben an, dass Methylphenidat das körperliche Abhängigkeitspotenzial gegenüber anderen Substanzen senken könne, wobei andere Studien dieses Ergebnis wiederrum nicht replizieren konnten[12]. Die Behandlung mit Methylphenidat hat laut einer US-amerikanischen Studie keinen Einfluss auf einen späteren Missbrauch von Nikotin.[13]

Appetitrückgang

Häufig geht mit der Einnahme von Methylphenidat, insbesondere zu Beginn der Medikation, ein Rückgang des Appetits und der Nahrungsaufnahme einher. Es wird empfohlen, das Medikament gleichzeitig mit den Mahlzeiten aufzunehmen, um diesem Effekt sowie einer Gewichtsabnahme entgegenzuwirken.

Führen von Kraftfahrzeugen / Bedienen von Maschinen

Da nach Einnahme von Methylphenidat Schwindel und Schläfrigkeit auftreten können, kann dies zur Beeinträchtigung beim Bedienen von Maschinen und beim Autofahren führen. Ein Risiko dahingehend ist im Besonderen während der ersten 14 Tage nach Behandlungsbeginn gegeben. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Führen von Kraftfahrzeugen unter Einwirkung von Methylphenidat nicht gesetzlich verboten, sofern eine Verschreibung für das Medikament vorliegt. Bei Reisen ins Ausland sind bestimmte Bedingungen zu beachten. Generell empfiehlt sich das Mitführen eines Psychopharmaka-Ausweises, wenn BTM-pflichtige Medikamente eingenommen werden.

Methylphenidat für Erwachsene

Seit 2011 sind Methylphenidat-haltige Präparate (Medikinet Adult sowie Ritalin Adult) auch für Erwachsene erhältlich und müssen nicht mehr off-label, also außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete verordnet werden. Bis dato war die Anwendung von Methylphenidat aufgrund der unzureichenden Studienlage auf Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche begrenzt.[14]

Studie zu Neuro-Enhancement mit Methylphenidat bei Schachspielern

Für Aufsehen sorgte im Jahr 2017 eine Studie der Universität Mainz, bei der die Spielleistungen von Schachspielern unter Methylphenidat, sowie auch unter Modafinil und Koffein mit den Leistungen von Spielern verglichen wurden, die nicht unter Stimulanzieneinfluss standen. Im Ergebnis zeigte sich eine deutliche Steigerung der Spielleistungen unter dem Einfluss aller im Experiment verwendeten Substanzen.[15] Die Ergebnisse konnten die geringe Spezifität der Stimulanzienwirkungen für die ADHS-Symptomatik deutlicher als bisher belegen, sie belegen jedoch keinen geringeren therapeutischen Nutzen für Erkrankte.

Kritik

Zweifel an der Wirksamkeit von Methylphenidat

Im Rahmen einer Cochrane-Analyse des Jahres 2015 (Ole Jakob Storebø et al.)[16], bei der 185 Studien zur Wirkung von Methylphenidat ausgewertet wurden, schlussfolgern die beteiligten Forscher, dass der erhoffte Nutzen des Stimulans geringer ausfällt, als bislang angenommen.[17][18] Auf einer ADHS-Bewertungsskala aus Sicht von Lehrern, mit der die Ausprägung der Symptome von 0 bis 72 Punkten eingeordnet wird, haben Ritalin und vergleichbare Medikamente zu der marginalen Linderung von 9,6 Punkten geführt. Eine andere Bewertungsskala aus Sicht von Eltern, Kindern und Jugendlichen reicht von 0 bis 100 Punkten. Hier wird die minimale klinische Relevanz mit sieben Punkten Veränderung angegeben - die aktuelle Studie ergab eine Verbesserung der Symptome um acht Punkte.

Methylphenidat und Substanzabusus

Methylphenidat wird aufgrund seiner antriebssteigernden Wirkung gelegentlich auch als Droge - sogenannte Smart-Drug - zur kognitiven Leistungsförderung gehandelt. In seiner Wirkung ist es bei entsprechender Applikation Ecgonylbenzoat (Kokain) ähnlich[19] und kann bei nicht sachgemäßer Handhabung überschwängliche, euphorische Gefühlswahrnehmungen hervorrufen. Wird das Medikament missbräuchlich verwendet, besteht ein Suchtrisiko.

In manchen Fällen wird Methylphenidat auch unter Studenten gehandelt, wenn diese ihre Leistungsfähigkeit steigern möchten. In einer US-amerikanischen Studie gaben 16 % der langzeitbehandelten Jugendlichen an, dass ihnen illegaler Handel mit Methylphenidat angeboten worden sei.[20] In Deutschland ist Methylphenidat als missbräuchlich angewendete Substanz nicht so stark verbreitet, wie in den USA. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die Arzneimittel dort mitunter ohne Rezept bezogen werden können, zum Beispiel über Versandapotheken.[21][22]

Kritik des UNO-Kontrollrats INCB

Ein Bericht des UNO-Drogenkontrollrats (INCB) des Jahres 2014[23] stellt einen weltweiten Verschreibungsanstieg von Methylphenidat um 70% zwischen den Jahren 2012 und 2013 fest. Laut INCB könnte dieser Anstieg unter anderem auf einen Mangel an genauen Verschreibungsrichtlinien zurückzuführen sein.

Siehe auch

Film und Fernsehen

Studien und wissenschaftliche Publikationen

Weblinks

Literatur

  • Michael Huss: Medikamente und ADS gezielt einsetzen – umfassend begleiten – planvoll absetzen. Urania, Berlin 2002, ISBN 3-332-01347-5.
  • Johanna Krause, Klaus-Henning Krause: ADHS im Erwachsenenalter. Schattauer, Stuttgart/New York 2005, ISBN 3-7945-2371-7.
  • Roswita Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten. Ein ADS-Ratgeber. Patmos Paperback, Düsseldorf/Zürich 2005, ISBN 3-491-69813-8.

Weitere interessante Artikel

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Quellen

  1. vgl. nachfolgender Absatz: https://goo.gl/14dcJY
  2. Panizzon L. La preparazione di piridil-e piridilarilac – tonitr ilie di alcuni prodotti transformazione (part la). Helv Chim Acta 1944; 2: 1748-56.
  3. http://inhn.org/drugs/methylphenidate.html
  4. Rosenberg DG, Rape WC, Rumble LJ. Parenteral mehylphenidate administration HCl (Ritalin) in barbiturate intoxication. J Med Assoc Ga 1959; 48: 19-21.
  5. https://goo.gl/UQ7EAS
  6. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-019.htm
  7. http://www.fda.gov/ohrms/dockets/AC/05/briefing/2005-4195B1_01_04-Noven-Appendix-3.pdf
  8. http://www.kompendium.ch/mpro/mnr/1338/html/de
  9. "Annexe II-IV zur Entscheidung der Kommission vom 27. Mai 2009"
  10. http://jop.sagepub.com/cgi/pmidlookup?view=long&pmid=16478756
  11. Vom ADHS-Kind, S.69, Thomas Armstrong, ISBN:978-3-87387-494-7
  12. "ADHS im Erwachsenenalter - Johanna Kruase, Klaus-Henning Krause, S.130"
  13. "NIMH - Does treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) enhance response to smoking cessation intervention in ADHD smokers? A randomized trial"
  14. "First medication for adult ADHD available in Germany (April 2011)"
  15. http://www.europeanneuropsychopharmacology.com/article/S0924-977X(17)30019-6/abstract
  16. http://onlinelibrary.wiley.com/enhanced/doi/10.1002/14651858.CD009885.pub2#de_short_abstract
  17. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/behandlung-von-adhs-ritalin-wirkt-deutlich-weniger-als-gedacht-1.2751800
  18. http://www.heise.de/tr/artikel/Keine-Pille-fuer-alle-Faelle-3088830.html
  19. "NIH - Methylphenidate and cocaine have a similar in vivo potency to block dopamine transporters in the human brain."
  20. Maher B. Poll results: look who's doping. Nature 2008; 452: 674-5
  21. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Valium-ohne-Rezept-188388.html
  22. http://www.centeronaddiction.org/newsroom/press-releases/2008-youve-got-drugs-v
  23. http://www.unis.unvienna.org/unis/en/events/2015/incb_2015.html

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