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Darius Krutzek

Aus ADHSpedia
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Darius Krutzek im Jahr 2018

Darius Martin Krutzek ist ein deutscher, klinischer Unternehmer und Medizin- und Wissenschaftsjournalist (VMWJ)[1] mit neurowissenschaftlichem Schwerpunkt. Er ist unter anderem an der Dachorganisation Caudatus Science & Research mitbeteiligt.

Klinische Aktivitäten

Helperior in Köln (2012-2016)

Nachtaufnahme des Gebäudes in der Krieler Straße in Köln (2015).

Gründung in Köln-Ehrenfeld (2011-2014)

Krutzek gründete im Zuge des Aufbaus eines kommerziellen Förderungsinstituts die Marke Helperior. Die Entwicklung des klinischen Leitkonzepts erfolgte unter Leitung der Kölner Diplom-Psychologin Carolin Weber, welche sich bei Gerhard Lauth (Universität zu Köln) ausbilden ließ. Das therapeutische Konzept (überwiegend Lauth/Schlottke) wurde in Teilen den eigenen Voraussetzungen angepasst und remanualisiert, da für die Zukunft die Möglichkeit einer Konzessionierung in Betracht gezogen worden war. Dieser Ansatz wurde später jedoch verworfen. Markteintritt erfolgte im Sommer 2012 als private Bildungseinrichtung in der Kölner Neustadt mit drei Mitarbeitern. Ab 2013 engagierte sich Helperior im vom Bundesministerium für Familie (BMFSFJ) geförderten Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie.[2]

Niederlassung in Köln-Lindenthal (2014-2017)

Im Herbst 2014 setzte Krutzek die betriebliche Erweiterung mit einer neugegründeten Niederlassung in Köln-Lindenthal durch[3] und zeichnete dort für das strategische Geschäft verantwortlich. Der Betrieb wurde dort auf zwei Etagen erweitert und bot Kapazitäten für 30 Schülerinnen und Schüler. Als Besonderheit wurde das Raumdesign des Untergeschosses nach dem Thema „Universum und Raumfahrt“ entworfen, wobei unter anderem ein Originalfragment eines Mond-Meteoritens sowie eine Replikation eines Apollo-Raumanzugs (Apollo 17/A7L) ausgestellt wurden. Ab 2015 zog er sich infolge einer längeren Erkrankung aus dem aktiven Geschäft zurück. Ende 2017 gab das Unternehmen bekannt, dass die Liquidierung bereits im Vorjahr vollzogen worden sei. Als wesentlicher Risikofaktor, der zur Einstellung führte, wurde neben Krutzeks unklarem Gesundheitszustand ein seinerzeit noch nicht ausreichend stabilisierter Kostendeckungsgrad mitgeteilt. Die Markenrechte verblieben bei Krutzek.

Beteiligungen an Caudatus Science & Research

Gründung und Ausbau des wissenschaftlichen Wikis ADHSpedia

Krutzek war am Aufbau der nichtstaatlichen, nichtkommerziellen Organisation Caudatus Science & Research beteiligt. Gründungzswecke des Dachnamens waren die finanzielle und organisatorische Zentralisierung zum Betrieb des Wiki-Projekts ADHSpedia. Ende 2012 gelang es Caudatus, den Karlsruher Frontend-Experten Nicola Heck[4] von der Idee des Wikis zu überzeugen. Als technische Basis wurde die von der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellte Open-Source-Infrastruktur Mediawiki[5] gewählt, wobei sämtliche Frontend-Konfigurationen von Heck vorgenommen wurden. Backend-Experte Marcel Linden (CCC Ulm; Spreetropol Systems)[6][7][8] stellte ab 2013 Kapazitäten des Root-Servers KOIOS im Manitu-Rechenzentrum St. Wendel[9] zur Verfügung. Gemeinsam mit Linden zeichnet Heck bis heute für die technische Infrastruktur des Wikis verantwortlich.

In den Folgejahren konnte eine interdisziplinäre Expertenkommission gebildet werden,[10] die sich aktuell überwiegend aus Personen medizinischer und klinisch-psychologischer Fachbereiche zusammensetzt. Als maßgebliche Triebkraft galt der Essener Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Wolfgang Kömen. Diese Synergien ermöglichten die Entwicklung eines kollaborativen Mehrautorenbetriebs nach Wikipedia-Konventionen.[11]

Weitere Aktivitäten und Entwicklungen ab 2016

Krutzek ist Fan des Moleküls Lamotrigin (LTG)

Krutzek war an der Entwicklung des im deutschsprachigen Europa etablierten Projekts ADHS-Ausweis beteiligt.[12] Hauptverantwortlicher des Projekts ist Wolfgang Kömen → Siehe auch: ADHS-Ausweis.

Unter Regieführung von Mirko Drotschmann (ARD) produzierte Krutzek Ende 2016 einen Infotainment-Beitrag zum Thema ADHS.[13] Dieser richtete sich vornehmlich an eine jugendliche Zielgruppe und wurde im Januar 2017 auf dem Youtube-Kanal von Drotschmann veröffentlicht. → Siehe auch: Ist ADHS eine Lüge (Kurzbeitrag).

Als weiteres neues Projekt wurde die seit Ende 2016 in der Entwicklung befindliche Software Leandroo angekündigt, welche die ärztliche Entscheidungsfindung (Pharmakotherapie) unterstützen soll.[14] Das Angebot soll sich an Fachärzte richten, welche Erst- oder Neuverordnungen gegenüberstehen. Für die medizinische Datengrundlage des Algorithmus sicherten unter anderem Christian Wolff und Wolfgang Kömen ihre Unterstützung zu, das Developer-Team bilden die Frontend-Entwickler Melissa Jane, Syed Umair Umar sowie ab 2018 Jemar Jude Maranga. Im Sommer 2018 wurde mit dem Pre-Alpha-Testing begonnen.[15] → Siehe auch: Leandroo (Software).

Wiederveröffentlichung des Werks Piero Rossis

Im Jahr 2019 begann Krutzek mit den Arbeiten an der Wiederveröffentlichung des Werks Piero Rossis. Die Wiederveröffentlichung der wichtigsten Artikel wurde im September unter Herausgabe von ADHSpedia durchgeführt.[16]

Positionierung in Bezug auf ADHS-Konzepte

Krutzek äußerte, dass er sämtliche vergangenen und gegenwärtigen (2020) ADHS-Konzepte für hochproblematisch halte, da diese ein für die klinische Praxis transduzierbares wissenschaftliches Substrat vermissen ließen. Dies entfalte sich in der Praxis negativ. Unter Praktikern nimmt er einen verbreiteten Voluntarismus an, der sich oftmals in Form einer beliebigen diagnostischen Auslegung zeige, welche regelmäßig diffus über die diagnostischen Kriterien der Manuale und die Empfehlungen der medizinischen Leitlinien hinausgehe und mitunter beliebige Anleihen anderer Störungsbilder aufwiese. Darüber hinaus kritisiert er die Anfälligkeit der aktuellen Diagnoseverfahren, da diese aufgrund der zahlreichen Differenzialdiagnosen ökonomisch nicht sinnvoll seien, da deren Ausschluss in der Praxis nicht seriös zu realisieren sei. Solange in klinischen Studien nicht leitliniengerecht diagnostizierte Probanden rekrutiert würden, ließen sich weiterhin keine haltbaren Aussagen in Bezug auf das potentielle Ausmaß einer überregionalen Über- oder Unterdiagnostizierung treffen.

Sonstige Aktivitäten

  • Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten (VMWJ)[1]
  • Association of Health Care Journalists (AHCJ)[17]
  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
  • Fördermitglied des Chaos Computer Clubs (CCC)
  • Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)

Privates und Familie

  • Darius Krutzek ist Sohn des deutschen Unternehmers und Ingenieurs Peter Krutzek[18] Er ist mit der Frankfurter Molekularbiologin Bianca Kakoschky liiert.
  • Krutzek war aufgrund schwerer Erkrankung immer wieder über größere Zeiträume hinweg bettlägerig. Seit 2020 ist er vollständig rehabilitiert und bei stabiler Gesundheit.

Zitate

  • „LTG-Zubereitungen, wie sie zur Anfalls- oder Phasenprophylaxe zum Einsatz kommen, enthalten mitunter Saccharin und sind sogar suspendier- und zerstoßbar. Missbrauchspotential? Null. Mittlere Eliminationshalbwertszeit? 33 Stunden. Einnahme verpasst (vgl. Lisdexamfetamin)? Nicht weiter schlimm, siehe HWZ. Rebound-Effekte? Nein. Ruhepuls? Baseline. Dosierungsintervall? Einmal am Tag. Schlafstörungen? LTG kann problemlos zur Nacht eingenommen werden. Patient hat auch neuropathische Schmerzen? Gut, eventuell können Pregabalin und Gabapentin weggelassen werden. Kontraindikationen? Fast keine. Effektstärken? Wow. Cave? LTG muss aufgrund des SJS-Risikos (>1:10.000-<1:1.000) über mehrere Wochen auftitriert werden. Ansonsten sind dies Werte, nach denen sich BtM-pflichtige Anrainer bitterlich sehnen dürften. Die häufig geäußerte Vorstellung, ADHS sei im Vergleich besonders gut neurologisch oder psychiatrisch behandelbar und Stimulanzien eine Silver Bullet, ist meines Erachtens – gelinde gesagt – eine Übertreibung.“

Siehe auch

Monographien (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise