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ADHS-Ausweis

Aus ADHSpedia
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adhs-ausweis.de
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Motto Der Ausweis für ADHS-Patienten
Beschreibung Kostenfreier Versand von Patientenausweisen
Betrieb Privat
Erschienen 2015
Auflagen 5
Der ADHS-Ausweis im Layout der vierten Auflage im Jahr 2019.

ADHS-Ausweis ist ein im Jahr 2015 von Caudatus Science & Research und ADHSpedia gestartetes Angebot, mit dem ADHS-Patienten kostenfreie Patientenausweise zur Verfügung gestellt werden. Gemäß eigener Angaben werden mit dem Projekt keine finanziellen Absichten verfolgt.[1]

Idee und Entwicklung

Leitgedanke

Das Projekt wurde im Jahr 2015 durch die Organisation Caudatus Science & Research innerhalb des ADHSpedia-Wikis gestartet. Laut Wolfgang Kömen hatte man sich unter anderem zum Ziel gemacht, einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Patienten zu leisten, die auf betäubungsmittelpflichtige Arzneien angewiesen sind. Die Pharmakotherapie sei noch immer ein Bestandteil eines gesellschaftlichen Bildes, der infolge der ADHS-Kontroverse nicht immer als wichtiger Therapiebestandteil anerkannt oder ernstgenommen werde. Ein vom behandelnden Arzt quittierter Patientenausweis, der darauf hinweist, dass der Betäubungsmittelverordnung eine medizinische Indikation und eine fachärztliche Diagnostik zu Grunde liegen, solle zur der Erhöhung Glaubwürdigkeit des Patienten und seiner behandlungsbedürftigen Erkrankung beitragen.

Einführung

Der ADHS-Ausweis ging zum ersten Mal Ende 2015 in Serie. Die erste Auflage lautete seinerzeit noch auf die Bezeichnung Psychopharmaka-Ausweis, erschien in einer Stückzahl von 4500 Exemplaren und wurde über einen gesonderten Bereich des ADHSpedia-Wikis zur Bestellung angeboten. Die ersten beiden Auflagen wurden nicht nur an Fachpersonen, sondern auch direkt an die Patienten versendet. Mit einer ab 2016 weiter ansteigenden Nachfrage und einer beabsichtigen Verschärfung des Patientendatenschutzes wurde entschieden, von einem direkten Versand an Privatadressen abzusehen. Die Distribution erfolgt seit der dritten Auflage (10.000 Stück) nunmehr ausschließlich über Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheken sowie Vereine und Verbände.[2]

Herausgeberschaft

Caudatus Science & Research (ADHSpedia) ist seit 2019 wieder alleinige Herausgeberin des ADHS-Ausweises.

Kooperation mit und Trennung von der AG ADHS

Im Jahr 2017 wurde auf der Mitgliederversammlung der AG ADHS in Berlin bekanntgegeben, dass der Verband zukünftig als Mitherausgeber des Ausweises auftreten werde. Die Entscheidung trat mit Wirkung zum Erscheinungsdatum der dritten Auflage im September 2017 in Kraft und wurde im Februar 2019 – während der vierten Auflage – von der AG ADHS widerrufen, woraufhin die Kooperation wieder aufgelöst wurde. Das Ausscheiden der AG ADHS hatte zum Hintergrund, dass Führungsmitglieder des Verbands aufgrund eines seinerzeit aktiven Seriennummer-Validierungsverfahrens nicht näher konkretisierte Zweifel am Patientendatenschutz vortrugen. Kirsten Stollhoff teilte dem Betreiberteam von ADHS-Ausweis.de mit, dass die AG ADHS mit sofortiger Wirkung aus dem Projekt austrete. Darüber hinaus forderte die AG ADHS, dass sämtliche Exemplare der vierten Auflage vernichtet werden. Darius Krutzek reagierte mit einem zunächst nur intern vorgelegten Papier, in welchem er konkretisierte Angaben zu einer für das Validierungsverfahren maximierten Anonymität der Patienten machte.[3] Das System kam ohne die Abfrage von Patientendaten aus, da die Verknüpfung von Patient und Seriennummer ausschließlich über die handschriftliche Eintragung auf dem Ausweis erfolgte. Somit hatte immer nur der autorisierte Betrachter Kenntnis über die Zugehörigkeit der Seriennummer. Die AG ADHS reagierte ohne inhaltliche Bezugnahme mit einem erneuten Austrittsgesuch. Darüber hinaus ließ Klaus Skrodzki seinen biographischen Artikel aus dem ADHSpedia-Wiki entfernen (→ mehr zum Thema). Dabei handelte es sich um das erste Löschgesuch in der Geschichte des Wikis. ADHSpedia kam den Forderungen (mit Ausnahme der Vernichtung der übrigen Exemplare) nach. Darüber hinaus entschied ADHSpedia – aufgrund eines eventuellen Risikos von Missverständnissen – zukünftig auf die Validierungsfunktionen zu verzichten. Im Juni 2020 wurde das der AG ADHS im Februar 2019 vorgelegte Papier aus Transparenzgründen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[3]

Erhältlichkeit

Deutschlandweite Verfügbarkeit des ADHS-Ausweises in kooperierenden Apotheken im Juli 2020.[4]

Versand an Berufsgruppen

Seit 2017 kann der Ausweis nur noch von bestimmten Berufsgruppen und Einrichtungen (etwa Kliniken) in Deutschland bestellt werden. Logistik und Versand werden seit der dritten Auflage von der Praxis Dr. Kömen übernommen. Logistische Vorbereitungen für Österreich und die Schweiz werden aktuell getroffen.

Lokale Verfügbarkeit in Apotheken

Mehr als 100 ausgewählte Apotheken in Deutschland halten den ADHS-Ausweis in ihrem Sortiment verfügbar.[4] Diese Apotheken bieten Patienten die kostenfreie Ausgabe des Ausweises an, sie können diese jedoch lediglich blanko ausgeben und nicht gebrauchsfertig ausstellen, da Eintragungen nur durch den behandelnden Arzt vorgenommen werden dürfen.

Einsatzbereiche

  • Im Falle einer Verkehrskontrolle wird die Rechtmäßigkeit der Medikamenteneinnahme belegt
  • Arzt und Apotheker sind über die jeweilige Medikation informiert
  • Bei einem Unfall oder einer Akuterkrankung im Urlaub erhalten Ärzte Einblick in die notwendige Medikamenteneinnahme
  • Nicht gewollte Medikamentenumstellungen werden vermieden
  • Da die Inhalte zusätzlich in englischer Sprache wiedergegeben sind, können sich ggf. auch Ärzte im Ausland über die notwendige Therapie informieren

Zahlen

  • Im Jahr 2019 wurden monatlich rund 600 Ausweise versendet. Es befinden sich rund 25.000 Exemplare im Umlauf (2019).
  • Das Projekt pflegt innerhalb des deutschsprachigen Raums Partnerschaften mit rund 50 Facharztpraxen und 100 Kliniken.
  • Mehr als 100 Apotheken in Deutschland halten ADHS-Ausweise dauerhaft für Patienten vorrätig.[4]

Siehe auch

Weblinks

Deutsch

Englisch

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Einzelnachweise