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ADHS-Screening für Erwachsene (ADHS-E)

Aus ADHSpedia

Das ADHS-Screening für Erwachsene (ADHS-E) ist ein deutschsprachiger Selbstbeurteilungsfragebogen zu ADHS-Symptomen bei Erwachsenen. Es besteht aus einem Kernscreening (ADHS-E) und einer Langform (ADHS-LE). Das Verfahren geht auf die Doktorarbeit von Sören Schmidt zurück, der es gemeinsam mit Franz Petermann veröffentlichte. Die erste Auflage erschien 2009 bei Pearson Assessment in Frankfurt am Main.[1] Die dritte, gekürzte und neu normierte Auflage von Sören Schmidt, Frederic Hilkenmeier und Franz Petermann kam 2024 bei Hogrefe heraus.[2] Die Verfahrensübersicht zur S3-Leitlinie nennt die Auflage von 2013.[3]

Konzept

Die Autoren verstehen ADHS als Störung der gesamten Lebensspanne und erfassen sie in mehreren Dimensionen. Neben Aufmerksamkeit und Unruhe gehen auch emotionale und funktionelle Beeinträchtigungen ein, die zu einem Gesamtwert der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung zusammengefasst werden. Eine Diagnose lässt sich mit dem Screening nicht stellen.[4] Inhaltlich orientieren sich die Skalen an den Kriterien von ICD-10, ICD-11 und DSM-5.[2]

Kernscreening und Langform haben fünf gemeinsame Skalen: „Emotion & Affekt“, „Aufmerksamkeitssteuerung“, „Stressintoleranz“, „Impulskontrolle & Disinhibition“ und „Unruhe & Überaktivität“. Die Langform erfragt zusätzlich Symptome der Kindheit und enthält ein kurzes Screening zu Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsum.[2]

Auflagen

In der ersten Auflage hatte das Kernscreening 25 Items, die Langform 67. Die Referenzwerte der Langform stammten von 1296 Teilnehmern an Verkehrsschulungen, von denen mehr als die Hälfte zwischen 18 und 25 Jahre alt war. In einer Besprechung für ADHS Deutschland wurde bezweifelt, dass gerade diese Gruppe als Vergleichsmaßstab taugt, weil Menschen mit ADHS im Straßenverkehr gehäuft auffällig würden.[1] 2013 folgte eine korrigierte und überarbeitete zweite Auflage.[4]

Für die dritte Auflage wurden beide Bögen gekürzt. Das Kernscreening besteht nun aus 15 Items, drei je Skala, mit einer sechsstufigen Antwortskala von „trifft nicht zu“ bis „trifft immer zu“. Die Langform umfasst 35 Items mit vierstufiger Antwortskala in sechs Skalen: Zu den fünf Skalen des Kernscreenings kommt „Retrospektive Angaben“ hinzu. Drei weitere Fragen betreffen Art und Häufigkeit von Drogen-, Alkohol- und Medikamentenkonsum. Die Kontrollskala „Extraversion“ der früheren Langform ist entfallen.[4]

Normen und Gütekriterien

Das Kernscreening der dritten Auflage ist an einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von 2046 Personen zwischen 18 und 67 Jahren normiert; neben der Gesamtnorm gibt es fünf altersspezifische Normgruppen. Für die Langform liegen Referenzwerte einer nichtklinischen Stichprobe von 1031 Personen zwischen 18 und 65 Jahren vor. Das Kernscreening ist in etwa 5 Minuten ausgefüllt, die Langform in etwa 10 Minuten.[2]

Für den Gesamtwert des Kernscreenings wird eine interne Konsistenz von α = 0,93 in der Normstichprobe und 0,86 in einer klinischen Stichprobe angegeben, die Retest-Reliabilität über zwei bis vier Wochen liegt bei 0,94. Die Langform erreicht eine interne Konsistenz von 0,90 und eine Retest-Reliabilität von 0,93. In ROC-Analysen ergab sich für das Kernscreening eine Fläche unter der Kurve von 0,95.[4]

Siehe auch

Weitere interessante Artikel

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 ADHS-E. ADHS-Screening für Erwachsene. Besprechung. ADHS Deutschland e. V. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 ADHS-E. ADHS-Screening für Erwachsene. 3., überarbeitete und neu normierte Auflage. Testzentrale, Hogrefe Verlag. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  3. ↑ Deutschsprachige psychometrisch untersuchte Verfahren zur Erfassung von ADHS-Symptomatik im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter (PDF). Übersicht nach der S3-Leitlinie ADHS (2018). zentrales adhs-netz. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  4. ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Benz G. PSYNDEX Tests Review für ADHS-E (2024). ADHS-Screening für Erwachsene (2024). Trier: Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID); 2025. doi:10.23668/psycharchives.17363