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Rebound-Effekt

Aus ADHSpedia
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Das abrupte Wiederauftreten der ADHS-Symptome kann als äußerst unangenehm empfunden werden

Als Rebound-Effekt (englisch für Rückprall) wird das verstärkte Wiederauftreten von Symptomen bei einem abrupten Nachlassen der Medikamentenwirkung (vornehmlich Stimulanzien) bezeichnet.[1] Bis zu ein Drittel der mit Stimulanzien medizierten ADHS-Patienten erleben beeinträchtigende Rebound-Effekte.[2]

Rebound-Effekt bei ADHS-Medikation

Rebound-Effekte können insbesondere dann auftreten, wenn die Wirkung von kurzwirksamen Psychostimulanzien, wie Methylphenidat, nachlässt. Die ADHS-Symptome treten dann wieder zutage und können vom Patienten und seiner Umwelt stärker wahrgenommen werden, als üblicher Weise ohne Medikation. Die Symptome des Rebounds werden als besonders unangenehm empfunden, wenn die Medikamentenwirkung abrupt und nicht sukzessiv nachlässt (On-/Off-Phänomen). Zu den als Rebound wahrgenommenen Empfindungen können neben den wiedereintretenden Grundsymptomen gehören:

Depressive Verstimmungen während des Rebounds

Während der Stimulanzienbehandlung scheinen in einigen Fällen depressive Symptome zuzunehmen. Diese können sich qualitativ, aber auch im Verlauf deutlich von einer gegebenenfalls vorhandenen komorbiden Depression unterscheiden. Depressive Verstimmungen können aber auch erstmals mit Beginn der Stimulanzieneinnahme auftreten. Stimmungsschwankungen, die einseitig mit den biochemischen Manipulationen des Medikaments zusammenhängen, sind in der Regel nicht dauerhaft und bilden sich meist spontan zurück, nachdem das Medikament abgesetzt wurde.

Mögliche Ursachen

Aufgrund der durch die Medikation mit Stimulanzien erwirkten Rezeptorenreduktion könnte es zu einer Verminderung der Empfindlichkeit auf die körpereigenen Neurotransmitter kommen. Die genauen Mechanismen, die dem Phänomen zu Grunde liegen, sind aktuell jedoch unbekannt.

Gegenmaßnahmen

Verwendung von Retardpräparaten

Einem wiederholenden Einsetzen des Rebound-Effekts kann entgegengewirkt werden, indem auf ein Retardpräparat, oder auf ein alternatives Medikament ausgewichen wird, bei dem die Rebound-Wirkungen weniger stark oder gar nicht auftreten.

Kombination mit kurzwirksamem Methylphenidat am Abend

Bei Einsetzen der Beschwerden am Abend kann an eine zusätzliche Gabe niedrigdosierten, kurzwirksamen Methylphenidats gedacht werden, sofern der Patient dabei keine Einschlafprobleme entwickelt.

Kombination mit α2-Adrenozeptor-Agonisten

α2-Adrenozeptor-Agonisten wie Clonidin und Guanfacin stehen im Verdacht, Rebound-Beschwerden dämpfen zu können, die in der Therapie mit Stimulanzien auftreten. Clonidin und Guanfacin können mit Stimulanzien kombiniert werden.

Riskiken

Der einsetzende Rebound-Effekt stellt während des Führens von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr einen Risikofaktor dar.[3] Mit dem Wiedereinsetzen der Symptome Unaufmerksamkeit und Impulsivität ist die Unfallgefahr erhöht.

Siehe auch

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Quellen