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Liste von Antidepressiva und Anxiolytika

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Im Folgenden finden Sie eine Liste von Antidepressiva und Anxiolytika. Die Liste beinhaltet eine vollständige Darstellung der in Deutschland für die Behandlung der unipolaren Depression sowie zur Therapie des gesamten Spektrums der Angststörungen zugelassenen Medikamente. Darüber hinaus sind Wirkstoffe gelistet, welche für den Off-Label-Einsatz geeignet sind. In einer weiteren Kategorie finden sich Präparate, die sich aktuell in der Entwicklung befinden und momentan noch nicht auf dem Arzneimittelmarkt verfügbar sind.

Selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI)

Selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI) sind S3-leitliniengeführte Medikamente sowohl hinsichtlich der Behandlung depressiver Störungen, als auch Angsterkrankungen.[1][2] Medikamente aus der Kategorie der SSRI weisen einen maximalen Empfehlungsgrad (Grad I) auf. Entsprechend wird der erste medikamentöse Therapieversuch häufig mit SSRI durchgeführt. Etwa 60 % der an Major Depression erkrankten Patienten erfahren durch die unimodale Gabe von SSRI eine signifikant reduzierte depressive Symptomatik.[3] Die Präparate unterscheiden sich in der Praxis hinsichtlich ihrer Remissionsraten (Behandlungserfolg), ihrer Verträglichkeit (Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen), des Ausmaßes von Entzugserscheinungen nach Absetzen des Medikaments sowie ihrer Effektstärken gegenüber Placebo. Beispielsweise zeigten sich bei Cipriani et al (2018)[4] unter SSRI höchste Remissionsraten, Verträglichkeitswerte und Effektstärken für Escitalopram, während die geringsten Entzugserscheinungen aufgrund der sehr langen Halbwertszeit allgemein bei Fluoxetin zu erwarten sind.[5]

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Citalopram Cipramil, Citalon ✔️ Ja ✔️ Ja
Escitalopram Cipralex, Escitalex, Seroplex ✔️ Ja ✔️ Ja
Fluoxetin ✔️ Ja ✔️ Ja
Fluvoxamin Fevarin ✔️ Ja ✔️ Ja
Paroxetin Paroxat, Paroxedura, Seroxat ✔️ Ja ✔️ Ja
Sertralin Sertra TAD, Zoloft ✔️ Ja ✔️ Ja

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSNRI)

Häufig wird nach ausbleibender oder nicht zufriedenstellender Wirkung von SSRI im nächsten Schritt ein Versuch mit Präparaten aus der SSNRI-Gruppe unternommen. Dieses Vorgehen ist konsensbasiert und fußt nicht auf solider wissenschaftlicher Evidenz, da nicht eindeutig geklärt ist, ob SSRI den SSNRI hinsichtlich ihrer Wirksamkeits- und Nebenwirkungsprofile tatsächlich statistisch überlegen sind.[6] Auch die Wirkstoffgruppe der SSNRI ist jeweils in den Angst- und Depressionsleitlinien (S3) geführt.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Desvenlafaxin Desveneurax ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Duloxetin Cymbalta, Duloxalta, Duloxecat, Duloxgamma, Yentreve ✔️ Ja ✔️ Ja
Milnacipran ✔️ Ja ✔️ Ja
Venlafaxin Trevilor, Trevilor retard, Venlagamma retard, Venla Teva ✔️ Ja ✔️ Ja

Trizyklische Antidepressiva (TZA)

Wenn sich vorangegangene Medikationsversuche mit SSRI und SSNRI als unzureichend wirksam oder unverträglich erwiesen haben, können in einem weiteren Schritt trizyklische Antidepressiva (TZA) versucht werden. Dies kann leitliniengemäß auch in Kombination mit SSRI geschehen. Zwar weisen TZA im Vergleich SSRI und SSNRI antidepressiv höhere Remissionsraten und Effektstärken auf[4], jedoch stehen diese deutlich schlechten Werten hinsichtlich ihrer Verträglichkeit gegenüber. TZA zeigen eine höhere Affinität zu adrenergen, cholinergen, dopaminergen und histaminergen Rezeptoren. Letzteres bedingt, dass mit TZA psychomotorisch dämpfende oder sedierende Effekte einhergehen. Darüber hinaus haben alle TZA eine relativ lange Halbwertszeit. Bei TZA mit sedierenden Eigenschaften reicht die Halbwertszeit von 8 Stunden (Doxepin) bis 58 Stunden (Maprotilin)[7], sodass es meist zu einem erheblichen Wirkungsüberhang kommt. Eine Folge davon sind insbesondere Tagesmüdigkeit und Mattigkeit, welche beim Patienten Leidensdruck erzeugen können. Bestehen hingegen chronische Schlafstörungen, wie sie bei ADHS häufiger auftreten, so können Patienten aber auch von der müdemachenden Wirkung von TZA profitieren, wenn das Medikament vor dem Schlafengehen eingenommen wird. Bei TZA überwiegen die stimmungsaufhellenden Wirkungen. Anxiolytische Effekte sind für die Präparate Clomipramin, Doxepin und Imipramin belegt. Diese sind entsprechend für die Behandlung von Angststörungen zugelassen. Die verschiedenen TZA unterscheiden sich in der Praxis vor allem durch ihre vielfältigen Wirkprofile. So lassen sich mit einem Präparat oftmals auch komorbide Störungen effektiv mitbehandeln, die von einem anderen TZA nicht oder nicht gleichermaßen effektiv abgedeckt werden.

Das vielfältige Wirkungsspektrum von TZA soll hier an einigen Beispielen verdeutlicht werden. So besteht etwa Besonderheit des trizyklischen Clomipramins darin, dass es neben seinen antidepressiven und anxiolytischen Wirkungen eine besonders hohe Wirksamkeit in der Behandlung komorbider Zwangsstörungen besitzt. Die Wirkung ist hier deutlich höher als jene der SSRI.[8] Es dient bis heute als Vergleichsstandard bei der Entwicklung von neuen Psychopharmaka zur Behandlung der Zwangsstörung. Imipramin ist zusätzlich zur Therapie aller Formen depressiver Erkrankungen auch für die Therapie nächtlicher Angst (Pavor nocturnus) zugelassen. Trimipramin hingegen wird vorzugsweise dann eingesetzt, wenn im Rahmen der depressiven Störung Angst und Schlafstörungen im Vordergrund stehen. In der Praxis wird Trimipramin für die alleinige Behandlung depressiver Störungen allerdings immer seltener verordnet, da es in antidepressiven Dosierungen sehr nebenwirkungsreich ist. Beliebt ist es hingegen fast nur noch im Off-Label-Einsatz als stark sedierendes schlafanstoßendes Mittel. Eine besondere Indikation beinhaltet Doxepin, da dieses im Verdacht steht, Entzugssymptome bei der Entwöhnung von Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit abfangen zu können.[9] Amitryptylin besitzt neben seinen antidepressiven und anxiolytischen Eigenschaften ein besonders breites Anwendungsspektrum im Bereich des Schmerzmanagements. Hier kommt es auch als zugelassenes Mittel der ersten Wahl vorbeugend zur Behandlung des Spannungskopfschmerzes zum Einsatz.[10]

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Amitryptylin Amineurin, Syneudon ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Clomipramin Anafranil ✔️ Ja ✔️ Ja
Doxepin Aponal, Doneurin, Mareen ✔️ Ja ✔️ Ja
Imipramin ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Maprotilin ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Nortryptylin ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Trimipramin Stangyl, Trimineurin ✔️ Ja 🏷️ Off-Label

Tetrazyklische Antidepressiva (TeCA)

Tetrazyklische Antidepressiva (TeCA) sind den trizyklischen Antidepressiva sowohl in struktureller (vier- statt dreizyklisches Ringsystem) als auch funktioneller Hinsicht ähnlich. Wie bei TZA sind auch bei diesen die Wirkspektren breit und die Nebenwirkungsprofile ausgeprägt. So kommt beispielsweise das TeCA Mirtazapin heute aufgrund seiner starken Hemmwirkung auf den H1-Rezeptor eher zur off-label zur Behandlung von Schlafstörungen zum Einsatz.[11] Eine Verschreibung zur Behandlung von depressiver Symptomatik oder Angststörungen erfolgt insofern nachrangig.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Mianserin ✔️ Ja
Mirtazapin Mirta TAD, MirtaLich, Mirtazelon, Remergil SolTab ✔️ Ja 🏷️ Off-Label

Selektive Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SNRI)

Selektive Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SNRI) zählen ebenfalls zu den Zweitlinienpräparaten und können in Kombination mit SSRI oder in Monotherapie angewendet werden, wenn SSRI sich nicht als ausreichend wirksam erwiesen haben.[12] Die SNRI Reboxetin und Atomoxetin (Strattera) haben die Besonderheit, dass sie aufgrund ihrer noradrenergen antriebssteigernden und konzentrationsfördernden Wirkungen auch (als Zweit- oder Drittlinienpräparate) für die ADHS-Therapie geeignet sind.[13] Allerdings besitzt nur Atomoxetin eine Zulassung zur ADHS-Therapie. Dabei eignet sich Atomoxetin zusätzlich für die Behandlung einer assoziierten Tic-Störung.[14] Reboxetin kann zur Therapie von Panikstörungen versucht werden.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Reboxetin Edronax ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Atomoxetin Agakalin, Atomoxe, Strattera 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
PDC 1421, ABV-1504 🧪 In Prüfung

Monoaminooxidase-Hemmer (MAOI)

Monoaminooxidase-Hemmer (MAOI) werden vor allem bei schweren und atypischen Depressionen eingesetzt, insbesondere dann, wenn andere Antidepressiva versagen. Nach gängigem Algorithmus erfolgt der Einsatz von MAOI im Dritt- oder Viertlinienversuch. Die Sinnhaftigkeit der nachrangigen Handhabung von MAOI ist jedoch in Frage zu stellen: In Studien erwies sich beispielsweise Moclobemid nämlich als ähnlich effektiv wie SSRI. Es eignet sich daher sowie aufgrund seiner oft sofort eintretenden antidepressiven Wirkung auch als Antidepressivum erster Wahl.[15] Zudem ist nicht bei allen MAOI eine begleitende Stimulanzientherapie kontraindiziert oder die häufig betonten Diätrichtlinien zu beachten. Auf dem höheren Interaktionspotential der MAOI basieren die auf Praktiker-Seite häufig anzutreffenden Vorbehalte gegenüber der Wirkstoffgruppe. Hiervon betroffen sind die irreversiblen MAOI Tranylcypromin, Selegilin und Rasagilin. Das unter Praktikern überschätzte Nebenwirkungs- und Interaktionspotenzial trägt maßgeblich dazu bei, dass MAOI trotz ihrer hohen Wirksamkeit bei Non-Response auf Erst- bis Drittlinienmedikamente nur noch äußerst selten verschrieben werden (deutlich unter 1 %).[16] Es ist insofern davon auszugehen, dass ein bedeutsamer Teil der Depressionspatienten, welchen MAOI als Dritt- oder Viertversuch vorenthalten werden, allein aufgrund der überschätzten Risiken ohne effektive Behandlung bleiben.

Nicht-selektive MAO-Hemmer

Bei Tranylcypromin handelt es sich um einen nicht-selektiven irreversiblen MAOI. Irreversibel bedeutet, dass die Wirkung auch nach dem Absetzen des Hemmstoffes so lange anhält, bis die dauerhaft deaktivierten Enzyme vom Körper durch neu gebildete ersetzt wurden. Auch Tage oder Wochen nach dem Absetzen irreversibler Wirkstoffe ist die Aktivität der MAO pharmakodynamisch bedingt noch vermindert und eine Reaktion auf tyraminhaltige Nahrungsmittel oder bestimmte Arzneimittelwirkstoffe (insbesondere Opioide) möglich.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Tranylcypromin ✔️ Jatrosom ✔️ Ja 🏷️ Off-Label

Selektive MAO-A-Hemmer

Selektive MAO-A-Hemmer inhibieren das in Noradrenalin- und Serotonin-Neuronen vorkommende MAO-A, welches den Abbau von Serotonin und Katecholaminen reguliert.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Moclobemid Aurorix ✔️ Ja 🏷️ Off-Label

Selektive MAO-B-Hemmer

Selektive MAO-B-Hemmer inhibieren das in dopaminergen Neuronen vorkommende MAO-B.

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Rasagilin Azilect 🧪 In Prüfung
Selegilin 🏷️ Off-Label

Glutamaterge Antidepressiva

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Apimostinel GATE-202, NRX-1074 🧪 In Prüfung
Esketamin Esketiv, Ketanest, Spravato ✔️ Ja (augmentativ)
Esmethadon REL-1017 🧪 In Prüfung
Ketamin 🧪 In Prüfung 🏷️ Off-Label
L-4-Chlorokynurenine AV-101 🧪 In Prüfung
Memantin Axura, Ebixa, Memando, Memolan 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
Riluzol Glentek, Rilutek, Teglutik 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
TS-161 🧪 In Prüfung
Zelquistinel GATE-251, AGN-241751 🧪 In Prüfung

Antiepileptika

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Lamotrigin Lamictal 🏷️ Off-Label
Gabapentin Gabagamma, GabaLiquid Geriasan, Neurontin 🏷️ Off-Label
Pregabalin Algecia, Lyrica, Pregabador ✔️ Ja
Valproinsäure Convulex, Depakine, Ergenyl, Orfiril 🏷️ Off-Label
XEN1101 🧪 In Prüfung

Partielle 5-HT1A-Agonisten

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Buspiron Anxut, Busp 🏷️ Off-Label ✔️ Ja
Gepiron EXXUA, Travivo, Variza 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung

Antipsychotika

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Amisulprid Solian 🏷️ Off-Label (augmentativ)
Aripiprazol Abilify, Arpilif, Arpoya 🏷️ Off-Label
Asenapin Sycrest
Cariprazin Reagila 🏷️ Off-Label
Olanzapin Zalasta, Zypadhera, Zyprexa 🏷️ Off-Label (augmentativ) 🏷️ Off-Label (augmentativ)
Quetiapin Seroquel, Seroquel Prolong 🏷️ Off-Label
Risperidon Okedi, Risperdal, Rispolept 🏷️ Off-Label (augmentativ) 🏷️ Off-Label (augmentativ)
Ziprasidon Zeldox, Zipsilan 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label

Betablocker

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Atenolol AteHEXAL, Atenocomp, Atenolol, TRI-Normin 🏷️ Off-Label
Propranolol Dociteren, Dociton, Hemangiol, Obsidan, Inderal 🏷️ Off-Label

Stimulanzien

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Dexamfetamin Attentin 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
Lisdexamfetamin Elvanse, Elvanse Adult 🏷️ Off-Label
Methylphenidat Concerta, Equasym, Equasym Retard, Kinecteen, Medikinet, Medikinet adult, Methysym, Ritalin, Ritalin LA, Ritalin Adult 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label

Dopaminagonisten

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Pramipexol Glepark, Oprymea, Sifrol, Mirapexin 🏷️ Off-Label
Ropinirol Adartrel, Ralnea, Requip, Requip-Modutab, Requip retard, Ropinirol 🏷️ Off-Label

Opioide

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Aticaprant CERC-501, JNJ-67953964 🧪 In Prüfung (augmentativ)
Buprenorphin Bupensan, Buprenaddict, Buvidal, Sixmo, Subutex 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
Buprenorphin/Naloxon Bowielone, Bunalict, Bupensanduo, Suboxone, Zubsolv 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
Buprenorphin/Samidorphan ALKS 5461 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
Naltrexon Adepend, Nalorex, Naltrexonhydrochlorid 🏷️ Off-Label 🏷️ Off-Label
Tianeptin Tianesan, Tianeurax ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Tianeptin/Naloxon TNX-601 ER 🧪 In Prüfung
Tramadol T-long, Tramabeta, Tramabian, Tramadolor, Tramadura, Tramagit, Tramal, Travex, Zaldiar 🏷️ Off-Label
NMRA-140 🧪 In Prüfung

GABAergika

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Alprazolam Tafil ✔️ Ja
Brexanolone ✔️ Ja (Indikation PPD, USA) 🏷️ Off-Label (USA)
Chlordiazepoxid Librium ✔️ Ja
Clonazepam Antelepsin, Rivotril ✔️ Ja
Diazepam ✔️ Ja
Lorazepam Tavor ✔️ Ja
Oxazepam Adumbran, Durazepam, Oxa-CT, Praxiten ✔️ Ja
Phenibut 🧪 In Prüfung
Pregnanolon/Eltanolon 🧪 In Prüfung
Zuranolone BIIB125, SAGE-217 🧪 In Prüfung

Neurostimulation und andere nicht-medikamentöse Therapien

Name Indikation Depression Indikation Angst
Elektrokrampftherapie (EKT) ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ✔️ Ja ✔️ Ja
Lichttherapie ✔️ Ja
Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Tiefe transkranielle Magnetstimulation (dTMS) ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
Vagusnervstimulation (VNS) ✔️ Ja

Psychedelika

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
5-MeO-DMT BPL-002, BPL-003 🧪 In Prüfung
Dimethyltryptamin (DMT) VLS-01, CYB-004 (deuteriertes DMT), SPL-026 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
FT-104 🧪 In Prüfung
Lysergsäurediethylamid (LSD) MM-120 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
MDMA EMP-01 (Derivat) 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung (PTBS)
Psilocybin COMP-360; CYB-003 (deuteriertes Analogon) 🧪 In Prüfung
Salvinorin A RLS-01 🧪 In Prüfung

Andere Wirkstoffe

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Arzneimittelgruppe Indikation Depression Indikation Angst
Agomelatin Agomaval, Valdoxan Serotoninantagonist und -Rückaufnahme-Inhibitor ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
Ansofaxine, Toludesvenlafaxine LY-03005, LPM-570065 Selektiver Noradrenalin-/Dopamin-Rückaufnahme-Inhibitor (SNDRI) 🧪 In Prüfung
Bupropion Elontril, Zyban, Wellbutrin XR Selektiver Noradrenalin-/Dopamin-Rückaufnahme-Inhibitor (SNDRI) ✔️ Ja
Emoxypin Antioxidans 🧪 In Prüfung
Fasedienol, Aloradine PH94B Chemorezeptor-Stimulans 🧪 In Prüfung
Hydroxyzin Atarax Unselektives Antahistaminikum (1. Generation) ✔️ Ja
Hypericum perforatum (Johanniskraut) Laif, Jarsin Phytotherapeutikum ✔️ Ja
Itruvone PH10 Chemorezeptor-Stimulans 🧪 In Prüfung
Lithium Quilonum, Hypnorex 🏷️ Off-Label
L-Methylfolat Nahrungsergänzungsmittel Optional augmentativ
Modafinil Vigil, Provigil Atypischer, selektiver Dopamin-Rückaufnahme-Inhibitor 🏷️ Off-Label
OnabotulinumtoxinA (Botox Typ A) 🏷️ Off-Label
Reboxetin Edronax Selektiver Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitor (NRI) ✔️ Ja
Seltorexant JNJ-42847922 Orexin-Rezeptor-Antagonist 🧪 In Prüfung
Trazodon Penylpiperazinverbindung aus der Klasse der Serotoninantagonisten und -Rückaufnahme-Inhibitor (SARI) ✔️ Ja 🏷️ Off-Label
NSI 189 🧪 In Prüfung
SP-624 „Neuartiger epigenetischer Mechanismus zur Verbesserung der Neuroplastizität“ (Hippocampus und präfrontaler Kortex)“[17] 🧪 In Prüfung
SRX246, API-246 Vasopressin-Rezeptor-Antagonist 🧪 In Prüfung
NMRA-511 Vasopressin-Rezeptor-Antagonist 🧪 In Prüfung
NBI-1065845, TAK-653 AMPA-PAM 🧪 In Prüfung (augmentativ)
NBI-1065846, TAK-041 GPR139-Agonist 🧪 In Prüfung (für Anhedonie)

Cannabis und Cannabinoide

Generischer Wirkstoffname Marken-/Codename(n) Indikation Depression Indikation Angst
Cannabidiol 🧪 In Prüfung 🧪 In Prüfung
Δ9-Tetrahydrocannabinol

Literatur

Weitere interessante Artikel

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Einzelnachweise

  1. DGPPN, BÄK, KBV, AWMF, AkdÄ, BPtK, BApK, DAGSHG, DEGAM, DGPM, DGPs, DGRW (Hrsg.): S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression – Langfassung (Langfassung) 2022.
  2. *DGPM, DKPM, DGPPN, DEGAM (Hrsg). S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, 2. Auflage. 2021.
  3. von Grätz, P. G. (2009, 26. Januar). Depressionen : SSRI plus Psychotherapie - das lindert schwere Depressionen auch bei jungen Patienten. AerzteZeitung.de.
  4. 4,0 4,1 Cipriani, A., Furukawa, T. A., Salanti, G., Chaimani, A., Atkinson, L. Z., Ogawa, Y., Leucht, S., Ruhe, H. G., Turner, E. H., Higgins, J. P. T., Egger, M., Takeshima, N., Hayasaka, Y., Imai, H., Shinohara, K., Tajika, A., Ioannidis, J. P. A. & Geddes, J. R. (2018). Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet, 391(10128), 1357–1366. https://doi.org/10.1016/s0140-6736(17)32802-7
  5. Rosenbaum, J. F. & Zajecka, J. (1997). Clinical management of antidepressant discontinuation. The Journal of Clinical Psychiatry, 58 Suppl 7, 37–40.
  6. Papakostas, G. I., Thase, M. E., Fava, M., Nelson, J. C. & Shelton, R. C. (2007). Are Antidepressant Drugs That Combine Serotonergic and Noradrenergic Mechanisms of Action More Effective Than the Selective Serotonin Reuptake Inhibitors in Treating Major Depressive Disorder? A Meta-analysis of Studies of Newer Agents. Biological Psychiatry, 62(11), 1217–1227. https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2007.03.027
  7. Wirkstoffspiegelbestimmung in der anitdepressiven Therapie mit Tri- und Tetrazyklischen Antidepressiva (TZA). (o. D.). https://www.ihp-labor.de/articles/tza
  8. D. A. Geller, J. Biederman, S. E. Stewart, B. Mullin, A. Martin, T. Spencer, S. V. Faraone: Which SSRI? A meta-analysis of pharmacotherapy trials in pediatric obsessive-compulsive disorder. In: The American Journal of Psychiatry, 160, Nr. 11, 2003, S. 1919–1928. PMID 14594734. doi:10.1176/appi.ajp.160.11.1919.
  9. Aktories u. a.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. S. 345 f.
  10. M. E. Bigal, A. M. Rapoport, R. Hargreaves: Advances in the pharmacologic treatment of tension-type headache. In: Curr Pain Headache Rep. Band 12, Nr. 6, Dezember 2008, S. 442–446, PMID 18973738
  11. Benkert, O., Hippius, H., Fehr, C., Gründer, G., Heiser, P., Hiemke, C., Himmerich, H., Lange-Asschenfeldt, C., Müller, M. J., Paulzen, M., Regen, F. & Steiger, A. (2011b). Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie (8. Aufl.). Springer.
  12. Vorgehen bei Nichtansprechen einer medikamentösen Therapie. (o. D.). Leitlinien.de. https://www.leitlinien.de/themen/depression/algorithmen/algorithmen-depression/nichtansprechen-therapieresistenz
  13. Kooij, J., Bijlenga, D., Salerno, L. et al. (2018). Updated European Consensus Statement on diagnosis and treatment of adult ADHD. European Psychiatry, 56(1), 14–34. https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.11.001
  14. Stellungnahme zur „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“. Langfassung. (PDF; 1,0 MB) Bundesärztekammer, 26. August 2005, S. 31.
  15. AM Cesura, A Pletscher: The new generation of monoamine oxidase inhibitors. In: Prog Drug Res. 38. Jahrgang, 1992, S. 171–297, PMID 1609114
  16. Statista. (2022, 24. Januar). Antidepressiva - Verteilung ambulanter Verordnungen nach Art der Antidepressiva 2012.
  17. Arrivo BioVentures Closes Enrollment in Large Phase 2 Clinical Trial for Major Depressive Disorder (2022, 26. Mai). Business Wire.