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Wenn-Dann-Plan

Aus ADHSpedia
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Als Wenn-Dann-Pläne werden geplante Handlungsvorgänge und -Reaktionen bezeichnet, welche eine automatisierte Handlungskontrolle ermöglichen und ADHS-Betroffenen dabei helfen sollen, vorgenommene Handlungen und Zielsetzungen zu erreichen. Die Ergebnisse einer von Gawrilow et al. durchgeführten Metaanalyse, bei der 94 Labor- und Feldstudien mit insgesamt 8000 Teilnehmern analysiert wurden, brachten hervor, dass Wenn-Dannn-Pläne die Umsetzung von geplanten Handlungen wirksam fördern.[1] Bemerkenswert ist, dass die Auswirkungen der Pläne auch dann überraschend positiv sind, wenn die Bedingungen zum Handeln nicht optimal oder unangenehm sind (Lernen in den Ferien, medizinische Untersuchungen). Die Automatisierung entlastet das Arbeitsgedächtnis der Betroffenen wesentlich.

Wenn-Dann-Pläne können ebenso erfolgreich bei gewissen vorliegenden Komorbiditätsstörungen eingesetzt werden. Gedankliche Selbstverbalisationen können hilfreich sein, sich ankündigende Panik-Anfälle abzuwenden oder Angstzustände zu vermeiden: "Wenn ich abends im Bett liege und Angst vor Einbrechern habe, denke ich schnell daran, dass die Rolläden im ganzen Haus heruntergelassen sind. Einbrecher brechen meistens nur in Häuser ein, bei denen die Rolläden nicht heruntergelassen sind."

Lauth und Schlottke berichten, dass Wenn-Dann-Entscheidung eine ähnliche große Wirkung haben, wie Methylphenidat.[2] Wichtig ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, dass die Planung, Zielsetzung und Durchführung der Pläne durch eine dritte Person, etwa den Eltern, regelmäßig unterstützt wird. Auch sollten die Pläne möglichst genau in ihren Elementen und in ihrer Abfolge strukturiert werden.

Die unterstützende Wirkung von Wenn-Dann-Abfolgen sollte bei der Beratung von Eltern, Lehrern und Erziehern verstärkt zum Einsatz kommen.

Beispiele

Beispiele für Wenn-Dann-Abfolgen können sein:

  • Beim Erledigen von Schulaufgaben: "Wenn ich meine Aufgaben erledigt habe, packe ich meinen Schulrucksack für den nächsten Tag"
  • Beim Wäschewaschen: "Wenn ich die Wäsche in die Maschine gelegt habe, gönne ich mir eine Auszeit, bis die Wäsche fertiggewaschen ist. Danach nehme ich sie aus der Maschine, lege sie in den Wäschekorb und bringe sie hoch. Danach bügele ich den gesamten Inhalt des Korbs. Nach 20 Minuten gönne ich mir eine 5-minütige Auszeit, um im Anschluss den Rest der Wäsche zu bügeln".
  • Beim Lösen von Aufgaben: "Wenn ich eine Mathematikaufgabe beginne, schreibe ich zuerst das Datum an den Rand, schreibe die Überschrift, Seite und Nummer nieder, um mir dann die Aufgabe genauestens durchzulesen."

Siehe auch

Weblinks

Weitere interessante Artikel

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Quellen

  1. Gawrilow C., Schmitt K., Rauch W. Kognitive Kontrolle und Selbstregulation bei Kindern mit ADHS. Kindheit und Entwicklung, 20, 41-48 Hogrefe Verlag Göttingen 2011
  2. Lauth-Schlottke.de - Wenn-Dann-Pläne funktionieren bei ADHS