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Kontrollüberzeugung

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Als Kontrollüberzeugung wird in der Psychologie nach dem lerntheoretischen Konzept der Kontrollüberzeugung von Julian B. Rotter[1] (internal vs. external locus of control) ein Konstrukt bezeichnet, das sich auf das Ausmaß bezieht, mit dem ein Subjekt glaubt, dass das Eintreten eines Ereignisses abhängig vom eigenen Verhalten ist.

Internale und externale Kontrollüberzeugung

Eine externale Kontrollüberzeugung liegt dann vor, wenn vom Subjekt zwischen einem eingetretenen Ereignis und dem eigenen Verhalten kein kausaler Zusammenhang hergestellt wird. Das Ereignis wird als von der eigenen Kontrolle unabhängig wahrgenommen.

Eine internale Kontrollüberzeugung liegt dann vor, wenn das Subjekt ein eingetretenes Ereignis als unmittelbare Konsequenz des eigenen Verhaltens wahrnimmt. Das Individuum nimmt das Ereignis als durch sich selbst kontrolliert herbeigeführt wahr.

Kontrollüberzeugungen und ADHS

Infolge ihrer Grundsymptomatik leiden ADHS-Betroffene oft bereits seit ihrer Kindheit unter den negativen Konsequenzen ihres Verhaltens. Aufgrund des häufigen Erlebens von Konflikten, Versagen und Misserfolgen entwckeln die Betroffenen meist schon früh ein geringes Selbstwertgefühl und niedrige Selbstwirksamkeitserwartungen.[2]. Da die Entwicklung realistischer Kontrollüberzeugungen jedoch eine wichtige personale Ressource zum Bewältigen und Lösen von alltäglichen Belastungen Problemen darstellt, ist die Verbesserung eigener Selbstwirksamkeitserwartungen in der Behandlung eine wichtige Komponente (siehe auch: Kausalattribuierung).

Siehe auch

Weblinks

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Quellen

  1. Rotter, J. B. (1966). Generalized expectancies for internal versus external control of reinforcement. Psychological Monographs, 80. (Whole No. 609).
  2. Arthur Lieder, Selbstkonzepte, Kontrollüberzeugungen und Handlungskontrolle bei erwachsenen Patienten mit ADHS vor und unter Behandlung mit Methylphenidat (2007)